Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Verbundprojekt „Krisen-Dialog-Zukunft“, an dem neben der Aktion Zivilcourage e. V., der TU Dresden, der Sächsischen Landeszentral für politische Bildung und der FH Münster beteiligt sind, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die lokale und kommunale Krisenkommunikation zu verbessern.

Von der Praxis zur Forschung …

Aus den Erfahrungen in der Moderation von über 200 Bürgerbeteiligungsprozessen sowie aus den Ergebnissen der Befragung kommunaler Verwaltungen hinsichtlich des Umgangs mit Bürgerdialogen analysierten die Projektverantwortlichen Kommunikations- und Strukturprozesse, die für eine gelingende Krisenkommunikation notwendig sind.

Dieser Erfahrungsschatz, kombiniert mit der Auswertung der aktuellen Fachliteratur, ermöglichte es den Kolleg*innen der TU Dresden, ein Konflikt-Format-Modell für die Bearbeitung kommunaler Krisen zu erarbeiten. Anhand dieses Modells kann ein Konflikt einer bestimmten Konflikt- bzw. Eskalationsstufe zugeordnet und ein Dialogformat ausgewählt werden, welches in der Lage ist, in einer spezifischen Situation deeskalierend zu wirken.

… und von der Forschung zurück in die Praxis

Um die Erkenntnisse aus der Forschung wiederum in die Praxis zu übertragen und in den Kommunen anwendbar zu machen, führt das Projekt nun bereits zum zweiten Mal gemeinsam mit den Projektpartnern eine Fortbildung zur*m Moderator*in für kommunale Konfliktsituationen durch. Zum einen verfolgt die Projektarbeit das Anliegen, die Kommunen für die Faktoren, die für eine gelungene Krisenkommunikation und -deeskalation verantwortlich sind, zu sensibilisieren. Zum anderen sollen Moderator*innen ausgebildet werden, die sie bei der Umsetzung von krisenhaften Bürgerdialogen und anderen Beteiligungsformaten unterstützen können. Denn nicht nur das Format ist für das Gelingen eines Dialogs ausschlaggebend, sondern auch die Moderation. Daher spielen Themen bei der Ausbildung eine Rolle, die die Moderationsfähigkeit der Teilnehmenden in Krisensituationen stärkt, u. a. verbale und nonverbale Kommunikation, Rhetorik, Fragetechniken, gewaltfreie Kommunikation, Interventionsmethoden bei Störungen und Haltungsfragen

Die Mischung machts

Für die aktuelle Moderationsschulung haben wir gezielt eine Mischung aus kommunalen Verantwortungsträger*innen, Mitarbeiter*innen der Kommunalverwaltung sowie zivilgesellschaftlich engagierten Akteur*innen ausgewählt. Dadurch kann auf konkrete Fallbeispiele aus der Erfahrungsvielfalt und Perspektiven der Schulungsteilnehmer*innen zurückgegriffen werden, um die Schulungsinhalte praxisnah zu verdeutlichen und daran zu üben.

Machen ist wie Wollen, nur krasser!

Damit es jedoch nicht beim Üben bleibt, bekommen die Schulungsteilnehmer*innen bereits während der Weiterbildung die Gelegenheit, das Erlernte auch praktisch umzusetzen. Neben dem Perspektivwechsel (Moderator*in – Auftraggeber*in – Teilnehmer*in) steht dabei die Selbsterfahrung und -reflexion im Vordergrund sowie die Überwindung innerer Widerstände, die einer gelungenen Moderation im Weg stehen könnten.

Beratung und Unterstützung vor Ort

Darüber hinaus unterstützen wir mit unserer Expertise und unseren zertifizierten Moderator*innen die öffentliche Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteure in vielfältiger Weise bei ihren Dialog- und Bürgerbeteiligungsvorhaben vor Ort. Wir beraten, entwickeln mit ihnen der Situation und dem Ziel angemessene analoge oder digitale Formate und übernehmen bei Bedarf die Moderation. Auch individuelle Moderationsschulungen bieten wir an.

Sie suchen Unterstützung oder interessieren sich für unsere Moderationsschulungen?

Dann wenden Sie sich gerne an unsere Mitarbeiterin Petra Schweizer-Strobel, Projekt "Krisen-Dialog-Zukunft", Tel.: 0351 44 67 69 67, E-Mail: p.schweizer-strobel@aktion-zivilcourage.de

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