Wie steht es um die deutsch-tschechischen Beziehungen in der Grenzregion? Wie können wir im Bildungsbereich noch besser zusammenarbeiten, wie Zivilcourage in den Schulen fördern. Um diese Fragen ging es bei der Abschlusskonferenz im Projekt CouReg, die am 13. Mai 2022 an der Universität Ústi nad Labem stattfand. 

Die Geschichte der deutsch-tschechischen Beziehungen

Patrick Reitinger, historisch arbeitender Geograph von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, eröffnete den inhaltlichen Teil der Konferenz mit einem Vortrag zu den deutsch-tschechischen Beziehungen. Er präsentierte bedeutende historische Meilensteine wie die Gründung der Ersten Tschechoslowakischen Republik, den Zweiten Weltkrieg oder das Ende des Kalten Krieges und ihre Bedeutung für die Gegenwart. Zentral für die Demokratien beiderseits der Grenze, so Reitinger, sei vor allem eines: Streit. Nur, wenn wir uns austauschen und diskutieren, können wir auch Verständnis für unterschiedliche Perspektiven gewinnen, die oft durch unterschiedliche historische Erfahrungen entstanden sind. Und nur dann, wenn wir miteinander reden, uns füreinander interessieren, nur dann wächst eine starke Zivilgesellschaft.

Aktuelle Perspektiven der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Bei der  Podiumsdiskussion ging es um verschiedene Aspekte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Auf dem Podium saßen Expert:innen aus verschiedensten Bereichen: Markéta Meissnerová, Generalkonsulin der Tschechischen Republik in Dresden, Vladimír Handl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Internationale Beziehungen der Karlsuniversität in Prag, der sich in seiner Arbeit besonders mit den deutsch-tschechischen Beziehungen beschäftigt sowie Rüdiger Kubsch von der Euroregion Elbe aus Dresden und die Studentin Bianca Brendel vom deutsch-tschechischen Jugendforum.


Zivilcourage kann man lernen

Zum Abschluss haben wir die Ergebnisse unseres Projekts – aus wissenschaftlicher ebenso wie aus praktischer Perspektive vorgestellt. Dabei haben wir klar gemacht: Zivilcourage kann man lernen. Und gerade deshalb ist es so wichtig, sie zu erforschen und zu trainieren. Insgesamt haben, im Rahmen von CouReg, 17 Zivilcourage Workshops in der Grenzregion dazu beigetragen für das Thema zu sensibilisieren. Die Studierenden haben, mit unserer Unterstützung, die Workshops gestaltet und an Schulen in der Grenzregion durchgeführt.

Außerdem wurde der Blick geweitet auf andere Projekte, die zeigen, wie man Zivilcourage in der Praxis umsetzen kann.  Zunächst präsentierte Jan Charvát (UJEP) in seinem Vortrag „Hate speech vs. Zivilcourage im Kontext der sozialen Kohäsion“ Teilergebnisse des Projekts „Smart for Democracy and Diversity“, an dem sieben Partnerorganisationen aus sechs europäischen Ländern beteiligt sind. Agnes Scharnetzky (Mitarbeiterin an der JoDDiD, TU Dresden) stellte danach ein von ihr mitentwickeltes Schulmodul zur Demokratieerziehung vor.

Hintergrund des Projektes CouReg

Seit 2021 haben wir als Praxispartner im deutsch-tschechischen Projekt "CouReg- Courage haben und die Region gestalten" mitgewirkt. Studierende eines gemeinsamen Uni-Seminars von UJEP und TU Dresden hatten die Möglichkeit mit unserer Unterstützung eigene Zivilcourage Workshops in Schulen durchzuführen.

„CouReg“ wird im Rahmen des Kooperationsprogramms zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik 2014 - 2020 (EFRE/SAB) finanziert. Die erarbeiteten Materialien werden im Anschluss auf Tschechisch und Deutsch publiziert und Lehrkräften auf beiden Seiten der Grenze zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der TU Dresden.

Ansprechpartnerin

Bei Fragen können Sie sich an Yvonne Bonnfert von Aktion Zivilcourage e. V. unter 
y.bonnfert@aktion-zivilcourage.de melden.

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