Auschwitz – Oświęcim heute erleben

Besuch der Gedenkstätte

29. Januar 2020

Besuch mit Schulgruppe im Konzentrationslager Auschwitz, im Bild: Schriftzug Arbeit macht frei

Wissen wollen, wie es sich anfühlt. Mit 20 Schüler*innen des „Glückauf-“ Gymnasiums Dippoldiswalde sind wir in die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz gefahren.

„Wie können Menschen dazu fähig sein?“

Es ist neblig, als wir das Eingangstor des Stammlagers durchqueren. „Arbeit macht frei“ steht über unseren Köpfen und unser Guide erzählt uns, dass über 6 Millionen Jüdinnen und Juden durch den Holocaust getötet wurden. Die Gefühle sind gemischt. Auf der einen Seite der Wunsch, wissen zu wollen, was den Menschen hier angetan wurde, auf der anderen, die schiere Fassungslosigkeit über das Ausmaß der Grausamkeit. „Wie können Menschen dazu fähig sein?“, ist eine der Fragen, die die Jugendlichen noch lange beschäftigt. Mit einem Workshop zum Thema Täterspuren versuchen wir Antworten zu finden. Letztlich bleibt das unwohle Gefühl, dass es keine einfache Antwort auf diese Frage gibt.

Welche Verantwortung tragen wir heute?

In Gesprächsrunden über unsere Besuche im Stammlager und Auschwitz Birkenau stellt sich auch die Frage, sind wir noch dafür verantwortlich, was vor über 75 Jahren passiert ist? Und ganz klar können wir diese Frage mit einem Nein beantworten. Doch auch auf ein Zitat in der Gedenkstätte weisen die Schüler*innen hin: „Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen: darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben“ – Primo Levi, Überlebender des KZ Auschwitz. Doch haben die Schüler*innen keinen fatalistischen Blick auf die Zukunft. Eine Schülerin sagt dazu: „Ich möchte mehr über Auschwitz wissen, um darüber aufzuklären was hier passiert ist. Wenn Menschen z.B. behaupten, es hätte den Holocaust nicht gegeben oder die Verbrechen an den Opfern herunterspielen.“ Sie wollen sich einsetzen und sensibel sein für unser Miteinander in der Gesellschaft.

Junge Menschen stärken

Uns ist es wichtig junge Menschen darin zu stärken, sich für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen. Mit der Bildungsfahrt in das Konzentrationslager Auschwitz geben wir ihnen die Chance sich intensiv mit dem Thema Holocaust und dessen Bedeutung für die Gegenwart auseinanderzusetzen.

Finanzierung

Die Fahrt konnte ermöglich werden durch die finanzielle Unterstützung des Bundesamt für Familie Senioren Frauen und Jugend  mit dem Förderprogramm "Jugend erinnert" und und dem Weltoffenen Sachsen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gern an Yvonne Bonferty.bonfert@aktion-zivilcourage.de

Logo des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)