"Eigentlich wollten wir die Ferien genießen. Stattdessen streiten wir jeden Tag wegen Kleinigkeiten."
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Die Ferien beginnen voller Vorfreude. Kein Schulstress, keine Hausaufgaben, endlich Zeit füreinander. Und doch erleben viele Familien genau das Gegenteil: Geschwister streiten häufiger, Kleinigkeiten führen zu Wutausbrüchen und die Geduld aller Beteiligten wird auf eine harte Probe gestellt.
Wenn das bei Ihnen gerade so ist, dann sind Sie nicht alleine.
Warum Ferien für Kinder herausfordernd sein können
Für Erwachsene bedeuten Ferien oft Entspannung. Für Kinder bedeuten sie vor allem Veränderung.
Der gewohnte Tagesablauf fällt weg, feste Routinen lösen sich auf. Freundinnen und Freunde sind im Urlaub, vertraute Bezugspersonen fehlen und plötzlich verbringen Familien viel mehr Zeit miteinander als sonst. Was für uns nach Freiheit aussieht, kann für Kinder Unsicherheit bedeuten.
Kinder brauchen Orientierung. Sie brauchen vorhersehbare Abläufe und Erwachsene, die ihnen Sicherheit geben. Fehlt diese Struktur, reagieren viele Kinder mit Wut, Frustration, Rückzug oder Tränen.
Das geschieht nicht, weil sie uns ärgern möchten. Es passiert, weil ihr Gehirn und ihr Nervensystem in diesem Moment überfordert sind.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Gerade Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter können starke Gefühle noch nicht allein regulieren. Wenn sie enttäuscht, wütend oder überfordert sind, brauchen sie Erwachsene, die ihnen dabei helfen, wieder zur Ruhe zu finden.
Das gelingt selten durch Diskussionen oder Erklärungen. Denn ein Kind im Wutanfall kann nicht gleichzeitig logisch nachdenken. Sein Gehirn befindet sich in einem emotionalen Ausnahmezustand.
Möchten Sie tiefer in dieses Thema einsteigen? In unserem Onlinekurs "Wut im Bauch" zeigen wir Ihnen praxisnah, wie Co-Regulation gelingt und wie Sie Kinder mit starken Gefühlen einfühlsam durch stürmische Zeiten begleiten können. Der Kurs richtet sich an Eltern sowie an pädagogische Fachkräfte.
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