Stell dir vor, deine Bushaltestelle wird plötzlich Thema im Unterricht, oder die Frage, warum der Mopedparkplatz genau dort liegt und nicht woanders. Und dann sitzt da jemand, der die Entscheidungen dazu wirklich trifft: der Bürgermeister selbst.
Genau das ist an der Oberschule „Hans Poelzig“ in Klingenberg passiert. Statt nur über die eigene Gemeinde zu sprechen, kamen die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse direkt ins Gespräch mit Torsten Schreckenbach, offen, ehrlich und ohne Umwege. Eine Gelegenheit, bei der aus Schulfragen echte Stadtfragen wurden.
An der Oberschule „Hans Poelzig“ in Klingenberg haben sich im Unterricht einige Fragen zur eigenen Gemeinde ergeben, die nur einer am besten beantworten kann – der Bürgermeister selbst. Das Projekt „Gläserne Stadt“ macht genau solche Begegnungen möglich und fördert, dass Schülerinnen und Schülern und Verwaltungsinstitutionen füreinander sichtbarer werden.
Schulsozialarbeiter Colin Holtenort hatte den Wunsch, den Bürgermeister an die Oberschule Klingenberg zu holen. Die „Gläserne Stadt“ hat den Wunsch aufgenommen, mit dem Rathaus vermittelt und zusammen mit Lehrkräften und Schulsozialarbeit eine Begegnung vor Ort in der Schule vorbereitet.
Nicht nur zuhören – mitreden!
Der Besuch selbst sollte aber kein kurzes „Händeschütteln und Rede hören“ werden. In einer Fishbowl-Diskussion konnten die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse ihre Fragen direkt im Gespräch mit dem Bürgermeister stellen, rückfragen oder kommentieren. Wer wollte, konnte sich einfach den freien Platz in der moderierten Runde schnappen, dazukommen und Teil der Diskussion werden.
Wie kann ich mitgestalten?
Die Themen gingen von Bushaltestellen, über Moped-Parkplatz bis hin zu neuen Windkraftanlagen. Bürgermeister Torsten Schreckenbach hat sich die Zeit genommen, zu antworten und zu erklären. Wahnsinn, wie viele Dinge ein Bürgermeister bearbeiten muss. Befahrbar machen, erneuern, verschönern - Nicht nur einmal wurde thematisiert, wie man selbst daran mitwirken kann, Schule und Gemeinde zu gestalten.
Am Ende waren die allermeisten Fragen beantwortet, obwohl die Zeit durch die Gespräche sehr schnell verging. Vieles ist klarer geworden und trotzdem wurde der Wunsch geäußert, eine Veranstaltung wie diese bald zu wiederholen.
Zum Abschluss wurde deutlich: Stadtentwicklung passiert nicht irgendwo „da oben“, sondern vor der eigenen Haustür – und sie braucht Menschen, die sich einbringen. Die Gespräche haben gezeigt, dass viele Entscheidungen direkt das eigene Umfeld betreffen und dass es Möglichkeiten gibt, diese mitzugestalten.

