Beim Deutschen Stiftungstag 2026 in Hamburg brachte die Aktion Zivilcourage e. V. Erfahrungen aus fast drei Jahrzehnten Demokratieförderung ein.

Wie erleben geförderte Organisationen die Zusammenarbeit mit Stiftungen? Was brauchen sie, um langfristig wirksam arbeiten zu können? Und wie kann Förderpraxis Vertrauen stärken statt zusätzlichen Druck erzeugen?

Diese Fragen standen beim Deutschen Stiftungstag 2026 in Hamburg im Mittelpunkt einer Session zum FörderMonitor 2026. Sebastian Reißig, Geschäftsführer der Aktion Zivilcourage e. V., diskutierte gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Organisationen darüber, was eine gute, partnerschaftliche Förderpraxis ausmacht.

Demokratieförderung braucht langfristige Beziehungen

Die Arbeit der Aktion Zivilcourage e. V. zeigt seit vielen Jahren: Vertrauen entsteht nicht durch kurzfristige Kampagnen. Vertrauen wächst durch Präsenz, Verlässlichkeit und echte Beziehungen.

Gerade in ländlichen Räumen und in Regionen, in denen gesellschaftliche Spannungen besonders früh sichtbar werden, ist langfristige Demokratieförderung entscheidend. Wer Menschen erreichen will, braucht Zeit. Wer Konflikte begleiten will, braucht Kontinuität. Und wer gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, braucht Partnerinnen und Partner, die diesen Weg mittragen.

Förderpraxis gemeinsam weiterdenken

In der Session wurde deutlich: Förderbeziehungen sind mehr als Mittelvergabe. Sie prägen, wie Organisationen arbeiten können, wie viel Raum für Lernen entsteht und wie flexibel auf neue Herausforderungen reagiert werden kann.

Eine vertrauensvolle Förderpraxis nimmt die Perspektive geförderter Organisationen ernst. Sie hört zu, fragt nach und ermöglicht Austausch auf Augenhöhe. Genau darin liegt großes Potenzial für mehr Wirkung.

Ostdeutsche Erfahrungen als Lernraum

Sebastian Reißig machte außerdem deutlich, dass Erfahrungen aus Ostdeutschland bundesweit stärker wahrgenommen werden sollten. Viele gesellschaftliche Entwicklungen, die heute in ganz Deutschland sichtbar werden, zeigen sich dort früher, direkter und konflikthafter.

Gerade deshalb können diese Erfahrungen helfen, Demokratieförderung weiterzuentwickeln – praxisnah, ehrlich und mit Blick auf das, was Menschen vor Ort tatsächlich brauchen.

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Sebastian Reißig

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