Kommunale Verantwortungstragende
Dialog in schwierigen Zeiten
Wenn in Gemeinden Debatten zunehmend eskalieren, ist der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet. Das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft begleitet Kommunen dabei, Konflikte aktiv anzugehen, Bürgerdialoge professionell zu moderieren und gemeinsam tragfähige Lösungen und neue Perspektiven für das Zusammenleben zu erarbeiten.
WENN KONFLIKTE DEN GESELLSCHAFTLICHEN ZUSAMMENHALT BELASTEN
Konflikte sind Teil des kommunalen Alltags. Gerade dort, wo unter begrenzten finanziellen Spielräumen und klaren rechtlichen Rahmenbedingungen über Pflichtaufgaben oder neue Infrastrukturprojekte entschieden werden muss, entstehen immer wieder Spannungen. Politische Beschlüsse und staatliches Handeln stoßen auf Kritik, werden öffentlich diskutiert und kommentiert. Das ist legitim, wichtig und ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Mitwirkung.
Doch was passiert, wenn Auseinandersetzungen zunehmend verhärten, das Vertrauen in Politik, Verwaltung und unsere Demokratie schwindet und Konflikte außer Kontrolle zu geraten drohen? Wenn Menschen sich aus dem politischen Diskurs zurückziehen und aus sachlicher Kritik und unterschiedlichen Positionen offene Feindseligkeit wird, Meinungsverschiedenheiten also das friedliche Zusammenleben beeinträchtigen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen und staatliche Strukturen sowie gemeinsame Regeln und Werte infrage stellen?
Genau mit dieser Entwicklung sehen sich immer mehr Kommunen konfrontiert. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Verwaltungsmitarbeitende erleben Anfeindungen und ziehen sich zurück, Beteiligungsprozesse geraten ins Stocken oder scheitern ganz. Und dazwischen stehen viele Menschen, die sich für Demokratie und Vielfalt engagieren – verunsichert, erschöpft, mitunter wütend und oft auch an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

Globale Herausforderungen müssen letztendlich auf lokaler Ebene gelöst werden.
Dr. Cathleen Bochmann
Referentin Beratung für Zivilgesellschaft & Kommunen
Das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft: Struktur und Ansatz

An diesem Punkt setzt das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft der Aktion Zivilcourage e. V. an. Seit 2018 unterstützen wir Kommunen, Verwaltungen, Behörden und zivilgesellschaftliche Akteure dabei, Konflikte frühzeitig wahrzunehmen, bestehende Spannungen zu deeskalieren und tragfähige Lösungswege zu entwickeln. Dabei arbeiten wir niedrigschwellig, vertraulich, bei Bedarf vor Ort und auf Augenhöhe.
Unser Ansatz geht davon aus, dass kommunale Konflikte nie nur auf der Sachebene stattfinden. Sie sind meistens zugleich Ausdruck struktureller Spannungen, unterschiedlicher Interessen, emotionaler Belastungen und eines oft brüchig gewordenen Vertrauens. Deshalb setzten wir auf eine Arbeitsweise, die Konflikte in ihrer ganzen Komplexität in den Blick nimmt und fachliche Analyse mit dialogorientierter Prozessgestaltung verbindet.
Im Mittelpunkt steht dabei die Unterstützung von Kommunen, damit diese auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort entwickeln wir passgenaue Formate, die auf die jeweilige Situation, die beteiligten Akteure und die lokalen Rahmenbedingungen zugeschnitten sind. Dazu zählen moderierte Gesprächs- und Beteiligungsprozesse, Qualifizierungsangebote für Verwaltung und kommunale Verantwortungstragende sowie Hilfe in angespannten oder bedrohlichen Konfliktlagen.
Unser Ziel ist es, gesellschaftliche Spannungen in konstruktive Prozesse zu überführen und Strukturen zu stärken, die eine resiliente und offene demokratische Gesellschaft fördern. Konflikte verstehen wir als Chance für Dialog, Veränderung und demokratische Verständigung – ob beim Bau einer Geflüchtetenunterkunft, bei Windenergievorhaben oder bei grundsätzlichem Misstrauen gegenüber demokratischen Verfahren.
Für Verantwortungstragende: Was wir konkret anbieten
Kommunale Akteure stehen zunehmend vor der Herausforderung, mit konflikthaften, emotional aufgeladenen und teils eskalierenden Situationen im öffentlichen Raum umzugehen. Mit diesen Angeboten unterstützen wir Sie:

Beratung
Das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft unterstützt Kommunen, Landes- und Bundesbehörden sowie zivilgesellschaftliche Akteur:innen bei der Bewältigung von Konflikten und Krisen. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen der Schutz des gesellschaftlichen Zusammenhalts, die Förderung demokratischer Strukturen und die Entwicklung konstruktiver Lösungsansätze in hochsensiblen Situationen.
Unser Ansatz basiert auf einem ganzheitlichen Verständnis von Konflikten, das sowohl strukturelle als auch emotionale Dimensionen einbezieht. Konflikte sind häufig Ausdruck gesellschaftlicher Spannungen, die nicht nur auf lokaler, sondern auch auf nationaler und globaler Ebene wirken. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, kombinieren wir bewährte Methoden der Konfliktanalyse mit innovativen Ansätzen der Dialoggestaltung.

Entwicklung & Moderation
In einer pluralistischen Gesellschaft ist der konstruktive Austausch zwischen Bürger:innen, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft ein wesentlicher Baustein für den sozialen Zusammenhalt. Das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft hat es sich zur Aufgabe gemacht, innovative und wirksame Dialog- und Beteiligungsformate für vielfältige Zielgruppen zu entwickeln und professionell zu moderieren. Unsere Formate schaffen Raum für Meinungsvielfalt, fördern gegenseitiges Verständnis und ermöglichen die Erarbeitung gemeinsamer Lösungen – auch in konfliktträchtigen oder emotional aufgeladenen Situationen.
Unser Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass Dialogprozesse zentrale Werkzeuge sind, um gesellschaftliche Spannungen abzubauen und eine demokratische Entscheidungsfindung zu stärken.

Wissenstransfer
Als Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft verstehen wir uns auch als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Wir arbeiten eng zusammen mit wissenschaftlichen Partnerinstitutionen. Dazu gehören z. B. die TU Dresden, die Universität Trier, die FH Münster sowie die FH Erfurt und das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. in Dresden.
Unser Ziel ist es, aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung für die Fachöffentlichkeit nutzbar zu machen und gleichzeitig durch den Dialog mit Praktiker:innen die Weiterentwicklung dieser Erkenntnisse voranzutreiben. Wir organisieren und moderieren regelmäßig Veranstaltungen, die den Austausch zwischen Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft fördern.

Als Bürgermeisterin habe ich in Sitzungen gemerkt, dass ich an meine Grenzen kam. Diskussionen und Gespräche wurden immer unsachlicher und aggressiver. Ich fragte mich, wie ich die Situation wieder geschickt in ein respektvolles, sachliches und ruhiges Miteinander führen kann. Die Schulung hat mir dabei geholfen, Souveränität und Ruhe in unerwarteten Situationen zu erlangen, Inhalte klarer zu vermitteln, andere Meinungen auszuhalten und eine angenehme Atmosphäre in Räumen zu schaffen. Unterstützt hat mich vor allem unsere Ausbildungsgruppe, in der man frei und offen sprechend konnte und die wertvolles Feedback gab.
Christiane Haak
Ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Peenehagen
Moderationsschulung für kommunale Konflikt- und Krisensituationen
Kommunale Akteure stehen zunehmend vor der Herausforderung, mit konflikthaften, emotional aufgeladenen und teils eskalierenden Situationen im öffentlichen Raum umzugehen – Ursache sind oft umstrittene kommunalen Bauvorhaben und Infrastrukturprojekte wie Windkraftanlagen und Unterkünfte für Geflüchtete.
Mit unserer Moderationsschulung für kommunale Konflikt- und Krisensituationen stärken wir seit 2019 die Kompetenz der Kommunen, auch in herausfordernden und konfliktgeladenen Zeiten dialogfähig und handlungssicher zu bleiben.

Materialien und Publikationen

Das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft umfasst folgende Projekte:
Fragen Sie uns

Dr. Cathleen Bochmann
Referentin – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen

Madeleine de Saulce
Referentin – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 0351 446 769 67
m.desaulce@aktion-zivilcourage.de
Luca Gefäller
Referent – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 03501 460 882
l.gefaeller@aktion-zivilcourage.de
Phillip Koller
Referent – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 0176 137 142 95
p.koller@aktion-zivilcourage.de
Jana Lübeck
Referentin – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 03501 - 460 882
j.luebeck@aktion-zivilcourage.de
Markus Mehnert
Referent – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 0163 740 908 5
m.mehnert@aktion-zivilcourage.de
Mandy Merker
Referentin – Jugendbeteiligung im ländlichen Raum Sebnitz / Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 035971 836 364
m.merker@aktion-zivilcourage.de
Ann Rogalski
Referentin – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 01590 4346402
a.rogalski@aktion-zivilcourage.de
Petra Schweizer-Strobel
Referentin – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 0351 446 769 67
p.schweizer-strobel@aktion-zivilcourage.de
Johanna Sell
Referentin - Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 0176 13714252
j.sell@aktion-zivilcourage.de
Andreas Tietze
Referent – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen
Tel. 03501 460 882
a.tietze@aktion-zivilcourage.de
Marie-Theres Ueberlein
Referentin – Beratung für Zivilgesellschaft und Kommunen / Wirkungsmanagerin
Tel. 0176 137 142 66
m.ueberlein@aktion-zivilcourage.de




