Unsere Vergangenheit können wir nicht ändern, für die zukünftige Achtung der Menschenwürde übernehmen wir jedoch gemeinsam Verantwortung. Wir besuchen mit Jugendlichen verschiedene Gedenkstätten, nehmen sie mit auf Spurensuche jüdischen Lebens und erneuern jährlich die Gedenkspur in Pirna.

Gedenkspur Pirna

Gegen das Vergessen

Erneuerung der Pirnaer Gedenkspur

14 751 farbige Kreuze schlängeln sich von der Elbe durch die Pirnaer Innenstadt bis hin zum Stadtteil Sonnenstein. Folgt man dem Weg, gelangt man schließlich zu der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Jedes Kreuz steht für ein Opfer der sogenannten "Krankenmorde", die 1940/41 hier verübt wurden. Die Witterung setzt der Spur so stark zu, dass man die Kreuze oft nur noch erahnen kann.

Ausgerüstet mit Sprühflaschen und Schablonen wird die Graffiti-Farbe regelmäßig erneuert – und damit auch die Erinnerung. Jugend- und Schülergruppen sind herzlich eingeladen, an der Erneuerung mitzuwirken. Initiiert wurde das Projekt von Künstler Christoph Hampel.

Gedenkstättenfahrt nach Theresienstadt

Erinnerung wachhalten

Gedenkstättenfahrt nach Theresienstadt

Festung, Ghetto und Garnison - die tschechische Stadt Terezín blickt auf eine wechselvolle Geschichte. Bis 1945 diente die Stadt zudem als Transitlager für Transporte in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Polen). 140 000 Menschen wurden nach Terezín deportiert, wenige von ihnen erlebten die Befreiung im Mai 1945. Viele Juden fielen der NS-Propaganda zum Opfer, die ihnen ein „Bad Theresienstadt“ versprochen hatte – ein „Altersheim in Böhmen“ mit ärztlicher Betreuung und guter Pflege.

Vor allem deutsche Juden glaubten, so der drohenden Deportation in den Osten entgehen zu können. Viele von ihnen verloren jeden Mut, als sie die Realität in Theresienstadt kennenlernten. Es diente den Nationalsozialisten als "Vorzeigelager" und wurde 1944 für die Produktion eines Propagandafilms genutzt, der den unmenschlichen Umgang mit den Häftlingen verschleiern sollte.

Die Aktion Zivilcourage e. V. bietet interessierten Schulen die Möglichkeit, sich mit der Geschichte und Gegenwart der Stadt auseinanderzusetzen. Den Schwerpunkt des Gedenkstättenbesuches bildet dabei das Ghetto („Große Festung“).

Programmpunkte vor Ort

  • 10:00 - 12:00 Uhr: Workshop
  • 12:00 - 12:30 Uhr: Mittagspause
  • 12:30 - 14:30 Uhr: Rundgang durch das ehemalige Ghetto („Große Festung“)
  • je nach Verfügbarkeit: Zeitzeugengespräch

Für die Fahrt- und Eintrittskosten wird ein Teilnehmerbeitrag erhoben. Ermäßigungen sind nach Absprache möglich.

Stadtführung Spurensuche jüdischen Lebens in Pirna

Jüdisches Leben in Pirna

GPS-gestützte Stadtführung

Die ehemalige Pirnaerin Inge Fernbach berichtet: „Vati sagte, dass Nazis in braunen Uniformen vor unserer Haustür Wache ständen, damit keine Kunden zu ihm gehen konnten und hätten Vatis Berufsschilder zertrümmert.“

Bis zum Jahr 1939 lebten Menschen jüdischen Glaubens in Pirna und prägten als Geschäftsleute und Arbeiter das Stadtleben mit. Doch diese systematischen Maßnahmen der Ausgrenzung und Vernichtung im Nationalsozialismus vertrieb diese Bürgerinnen und Bürger nachhaltig aus der Stadt.

Begeben Sie sich gemeinsam mit uns auf die Spuren dieses jüdischen Lebens! Lernen Sie Familien und deren Leben in Pirna kennen. Die GPS-gestützte Stadtführung bietet Ihnen mittels Video- und Hörbeispielen beeindruckende Einblicke in die Stadtgeschichte und das Leben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.

Inhalte der Spurensuche

  • Rundgang durch die Altstadt Pirnas
  • Lebenswege der Familien jüdischen Glaubens in Pirna
  • Stationen der Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus

Gestaltung und Materialien

  • Videobotschaften
  • Hörbeispiele
  • Zeitzeugenberichte
  • Originaldokumente
  • Requisiten

Dauer der Spurensuche

  • 1,5 bis 2 Stunden

Zielgruppe

  • Schulgruppen ab Klasse 8
  • Erwachsenengruppen

Kosten

  • für Schulgruppen übernimmt die Aktion Zivilcourage e. V. die Kosten
  • für Erwachsenengruppen 35 Euro pro Zeitstunde

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH durchgeführt.

Yvonne Bonfert

Yvonne Bonfert

Referentin

Schulen ab Klasse 7, Workshop-Anfragen und Fachkonferenzen

Tel. 03501 460 880
y.bonfert@aktion-zivilcourage.de

Jana Nonne

Jana Nonne

Referentin

Schulen ab Klasse 7, Datenschutzbeauftragte

Tel. 03501 460 880
j.nonne@aktion-zivilcourage.de