Bericht aus Heidenau

Flüchtlingshilfe in Heidenau

24. November 2015

EAE

Die Aktion Zivilcourage koordiniert für das Deutsche Rote Kreuz den ehrenamtlichen Helfereinsatz in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) Heidenau. Viele Ehrenamtliche aus der Region engagieren sich. 

Arbeitsteilung macht's möglich

Während das DRK im Rahmen ihres humanitären Auftrages für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zuständig ist, fallen eine Vielzahl von weiteren Aufgaben in einer EAE an. Diese Aufgaben werden gegenwärtig von ehrenamtlichen Helfer/innen übernommen.

Seit der Inbetriebnahme der EAE haben sich weit mehr als 750 Menschen gemeldet, die ihre Zeit, Geld oder Sachspenden zur Verfügung gestellt haben.

Das leisten die Ehrenamtlichen

Der Aufenthalt der Flüchtlinge in der Einrichtung dient der Registrierung und Aufnahme des Asylverfahrens, welches gegenwärtig von einer Außenstelle des BAMF in Chemnitz gesteuert wird.

Für die Flüchtlinge bedeutet dies eine mehrmonatige Aufenthaltsdauer im Praktiker-Baumarkt und ist mit langer Wartezeit verbunden. Für eine sinnvolle Beschäftigung und willkomene Abwechslung tragen daher die vielfältigen Angebote der ehrenamtlichen Helfer/innen bei.

So werden etwa Spiel- und Sportmöglichkeiten, wie Tischtennis, Fußball, Radfahren und Jogging realisiert. Darüber hinaus werden an jedem Wochentag 11 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr Deutschkurse durchgeführt, die dankend von den Bewohnern angenommen werden. Zudem versuchen die Ehrenamtlichen den über 100 Kindern ihren Aufenthalt durch verschiedene Kreativ-, Bastel- und Betreuungsangebote zu erleichtern. Zum Beispiel führt jeden Montag ein engagierter Pirnaer Künstler einen Kreativ-Workshop durch.

Desweiteren konnten wir auch unsere Idee von "Orientierungskursen zum gemeinsamen Leben" realisieren. So werden Bewohner über die in Deutschland geltende gesellschaftlichen Gepflogenheiten (Begrüßung, Straßenverkehr, Öffentliche Transportmittel, Hygiene usw.) informiert. Viele nehmen wöchentlich an diesen Inforunden teil, die von Helfern im Tandem durchgeführt werden.

Insgesamt sind im Moment über 80 Ehrenamtliche kontinuierlich in der EAE aktiv. Zu deren Koordinierung erstellen wir wöchentlich für das DRK einen Einsatzplan und stimmen diesen eng mit den Helfern ab.

Unterstützung von allen Seiten

Auch Unternehmen, Vereine, öffentliche Einrichtungen und andere Träger bieten ihre Mithilfe an. So lud ein Tischtennisverein aus Graupa Flüchtlinge der Einrichtung zum Probetraining ein. Besonderes Highlight war die Aufführung klassischer Musikstücke für Kinder durch Studenten der Hochschule für Musik Dresden.

Die Aktion Zivilcourage erhält Unterstützung von allen Seiten und plant gegenwärtig Auftritte z. B. mit dem Jugendsinfonieorchester Dresden und dem Theater junge Generation Dresden. Fast jede Woche finden so Veranstaltungen statt, die für ein wenig Abwechslung sorgen und immer mit großer Dankbarkeit von den Bewohnern der EAE angenommen werden.

Langer Atem nötig

Um die Unterstützung für die Flüchtlinge auf Dauer möglich zu machen, braucht es mehr als ehrenamtliche Helferstrukturen. Aktuell bemüht sich die Aktion Zivilcourage daher mit Förderanträgen bei Sächsischen Ministerium und der Stiftung Aktion Mensch eine hauptamtlich besetzte Koordinierungsstelle für die Ehrenamtsbetreuung einzurichten.

Unterstützung wird weiter gebraucht

Weiterhin besteht der Bedarf an Zeit- und vor allem Sachspenden. Hier erfahren Sie mehr über Einsatz- und Unterstützungsmöglichkeiten.

Wir danken den vielen engagierten Helfer/innen für Ihre Zeit und ihren unermüdlichen Einsatz. Zudem sei auch herzlich den Geld- und Sachspendern gedankt, die diese Arbeit unterstützen. Mit diesen Hilfen können wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag leisten, um Begegnung zu fördern und das Zusammenleben von den über 700 Flüchtlingen in dem ehemaligen Baumarkt angenehmer zu gestalten.

Danke auch für alle Hilfsangebote, die noch nicht zum Einsatz kamen, wir kommen bei Bedarf darauf zurück.

Titelfoto Quelle: DRK LV Sachsen e. V