Das Problem: Kommunikation auf verschiedenen Ebenen 

Mein Name ist Claudia Meißner und ich arbeite als Referentin für „Couragierte Kinder“ bei der Aktion Zivilcourage e. V.. Privat bin ich auch Mama zweier Jungs im letzten Krippen- und ersten Kindergartenjahr. Oft bemerke ich beim Abholen meiner Kinder, wie die Erzieher:innen auf dem Außengelände verteilt zusammen stehen, oft sitzend und sich unterhaltend, und selten auf meinen Gruß reagierend. Die Kinder werden per Zuruf gerufen, verabschieden sich und sind dann bei mir. Was mir fehlt: Kommunikation auf verschiedenen Ebenen. Eine ähnliche Situation beschrieben die Leiterinnen eines Hortes und einer Kita im Lausitzer Oberland, deren pädagogische Fachkräfte ich während eines pädagogischen Tages begleiten durfte.


Werte im erzieherischen Kontext

Etwa zwei Wochen vor dem abgestimmten Termin traf ich mit den pädagogischen Fachkräften zusammen, um über ihre Bedürfnisse und Themen zu sprechen, diese zu sammeln und anschließend in einen Fortbildungstag zu packen. Als ein großes Thema kristallisierte sich der Begriff „Werte“ heraus. Welche Werte leben die Mitarbeiter:innen in der Einrichtung, was ist ihnen wichtig und wie wollen sie dies sichtbar machen? 

Mit diesen Anhaltspunkten konnte der Teamprozess starten. Nach einem ersten Überblick über die Begriffe „Wert“, „Regel“ und „Norm“ tauschte sich das Team in Kleingruppen über ihre persönlichen Werte aus und reflektierte darüber, welche Werte ihnen in ihrer Kindheit mitgegeben wurden, welche sie sich im Laufe ihres Lebens selbst erarbeiteten und welche sie sogar ziehen lassen mussten. Eine spannende Diskussion entstand über die Werte, die man ziehen ließ. 

Im Folgenden dachten die Erzieher:innen über die Werte nach, die ihnen in ihrer pädagogischen Arbeit wichtig sind. Diese wurden gesammelt. Mit Klebepunkten sollten sie die drei wichtigsten Werte markieren. Dabei zeigten sich „Respekt“, „Ehrlichkeit“ und „Vertrauen“ als enorm wichtig für das Team.

Im nächsten Schritt beschrieben die Teilnehmer:innen, wie sie den Begriff „Respekt“ in der Einrichtung sichtbar machen können: Sich auf Augenhöhe begegnen und Probleme ernst nehmen sind nur zwei Aspekte des gemeinsamen Austausches. Jedoch wurde sehr deutlich gemacht, dass das Grüßen einen hohen Stellenwert im Team einnimmt. Gemeinsam möchte man nun achtsamer sein, mehr auf die Eltern zugehen und deutlich häufiger grüßen, um eine „Kultur des Grußes“ innerhalb der Einrichtung zu etablieren. 

Für die Kinder bedeutet dieses Handeln einen enormem Zugewinn. Durch die umgesetzte implizite Wertebildung, also nicht nur das Sprechen über Werte, sondern auch das Anwenden, erfahren Kinder einen freundlichen Umgang untereinander und werden in ihren sozialen Kompetenzen gestärkt. 

Das können Sie tun

Welche Werte vertreten Sie und wie werden diese in Ihrem Leben sichtbar? Gehen Sie mit Ihren Lieben ins Gespräch und sprechen Sie über Ihre Vorstellungen von einem guten und gemeinsamen Miteinander.

Das Team von „Couragierte Kinder“ arbeitet mit 20 Partnereinrichtungen im ländlichen Raum von Sachsen zusammen (Stand 30.11.22). Für 15 Einrichtungen erhalten wir eine Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“. Alle anderen Einrichtungen werden durch Spenden und einen Eigenanteil der Einrichtungen finanziert. Pro Einrichtung fallen Kosten von 10.000 Euro pro Jahr an, um die intensive Zusammenarbeit zu ermöglichen. Darin enthalten sind 20 Zeitstunden für Teamfortbildungen und Kindertrainings in den Einrichtungen vor Ort, die gesamte Vor- und Nachbereitung sowie die Weiterbildung der Referentinnen und der Evaluation des Programms.

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende möglichst vielen Kindern die Teilnahme am Programm „Couragierte Kinder“. Spenden Sie hier.