Aus Sicht der heutigen Zeit ist es kaum vorstellbar, dass die nationalsozialistische Ideologie ein ganzes Land ergreifen konnte.  Darum ist es wichtig zu hinterfragen, wie sich so viele Täter und Sympathisanten für das nationalsozialistische System fanden. Ein Erklärungsmuster stellt die NS-Elitebildung am Beispiel der Adolf-Hitler-Schulen dar. Sie zeigt wie Kinder und Jugendliche für den Nationalsozialismus gewonnen wurden, mit dem Ziel sie später als Multiplikatoren und Gestalter des NS-Staates einsetzen zu können. Was viele kaum wissen: eine solche Einrichtung gab es zwischen 1941 und 1945 auch in Pirna auf dem Sonnenstein. 

In der Adolf-Hitler-Schule wurde Wertschätzung mit Vorzügen und Privilegien für die Schüler gepaart. So war es nicht schwer, die Köpfe und Herzen der Heranwachsenden zu gewinnen.

In der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein wird ab dem 9. Mai 2009 eine Sonderausstellung „Künftige Führer der Volksgemeinschaft“ zu sehen sein, die die Geschichte der Adolf-Hitler-Schule Pirna im Kontext der NS-Elitebildung darstellt. Im Rahmen dieser Ausstellung besteht die Möglichkeit am Montag, den 11. Mai 2009, ergänzend zur Ausstellung ein Zeitzeugengespräch mit ehemaligen Schülern der Adolf-Hitler-Schule Sachsen durchzuführen.

Die Zeitzeugen können von ihrer Begeisterung und Überzeugung ebenso berichten, wie von Ängsten und rückblickenden Erkenntnissen. Ein solches Gespräch eröffnet die Möglichkeit, Schüler auf dieses Spannungsverhältnis aufmerksam zu machen, es mit ihnen gemeinsam zu diskutieren und zu reflektieren. So können die Schüler sensibilisiert für die Gefahren und Methoden extremer Ideologien werden und lernen zu hinterfragen, was sich dahinter verbirgt.

Da die grundlegende Kenntnis des Systems der Adolf-Hitler-Schule sehr hilfreich ist, würde das Gespräch im Anschluss an eine ca. 30-minütige Führung durch die Sonderaustellung in den Räumen der Gedenkstätte statt finden. Die Schüler sollten mit dem Thema Nationalsozialismus vertraut sein.

Über eine positive Rückmeldung würden wir uns sehr freuen!

Rückfragen und Anmeldungen bitte an: a.muche@aktion-zivilcourage.de oder unter Tel. 03501/634861.

Agnes Muche Julius Scharnetzky, B.A.
(Vorstand Aktion Zivilcourage e.V.) (Vorstand Kuratoium Gedenkstätte Sonnenstein e.V.)