Mit einem Stolperstein möchte die katholische Pfarrei St. Kunigunde an Dr. Benno Scholze erinnern. Der 1891 in Radibor geborene Priester war von 1938 bis 1966 Pfarrer in Pirna und Gefangener im KZ Dachau. Am 1. Juli 1938 wurde Scholze in sein Amt als Pfarrer in der Elbestadt eingeführt.

Bereits in seiner vorhergehenden Pfarrgemeinde Markranstädt galt er als Gegner des Nationalsozialismus. Er wirkte auch als Leiter der Rundfunkarbeitsgemeinschaft Deutscher Katholiken beim Mitteldeutschen Rundfunk des Reichssenders Leipzig sowie als Mitbegründer und Schriftleiter des "St. Benno-Blattes", einer Zeitschrift des Bistums. Das alles brachte ihm jahrelange Beobachtung durch die Gestapo und häufige Konflikte mit der NS-Sendeleitung ein.

In Pirna wurde Scholze während der NS-Zeit der Mittelpunkt der katholischen Widerstandsbewegung. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges erhielt er die Genehmigung zur Seelsorge für polnische Kriegsgefangene. So wurde u.a. auch das Kriegsgefangenenstammlager Nr. IV A auf Burg Hohnstein eine seiner Wirkungsstätten.

 

Am 15. Januar 1941 verhaftete ihn die Gestapo und lieferte ihn in das Polizeigefängnis Dresden ein, am 4. April wurde er als "des Hochverrats verdächtiger Staatsfeind" in das KZ Dachau "überstellt". Vier Jahre später kam er wieder frei.

In Erinnerung an ihren einstigen Priester verlegt die Kirchgemeinde am 6. Dezember um 9 Uhr auf dem Kirchvorplatz (Dr. Wilhelm-Külz-Straße 3) einen Gedenkstein, einen Stolperstein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

Bildquelle: Gunter Demnig