Ich habe in diesem Jahr beim "Markt der Kulturen" mitgeholfen. Das gefiel mir sehr gut und ich habe angefragt, ob ich Mitglied werden kann. Seit Juli 2011 bin ich dabei und begeistert von der Arbeit des Vereins!
Nicola Haufe (Mitglied der Aktion Zivilcourage e.V.) aus Graupa
Zufall oder Strategie?
27.07.2007 / Pirna Immer mehr junge Männer aus dem Umfeld der ehemaligen Skinheads Sächsische Schweiz tauchen in Pirna als Geschäftsinhaber auf.Ist es Zufall? Oder steckt da irgend eine Strategie dahinter, um in der Mitte der Gesellschaft anzukommen? Sind sie erwachsen geworden? Wollen sie nur Geld verdienen? Oder feilen sie an ihrem Biedermänner-Image? Tatsache ist, dass immer mehr junge Männer aus dem Umfeld der mittlerweile verbotenen rechtsextremen Truppe Skinheads Sächsische Schweiz (SSS), teils verurteilte, in Pirna als
Geschäftsinhaber auftauchen.
Schon länger betreibt Martin Schaffrath auf der Breiten Straße den Szene-Laden „Crime Store“, neuerdings nur „The Store“. Schaffrath ist Chef der Jungen Nationaldemokraten im Kreis (JN), dem NPD-Nachwuchs, und er tritt zurzeit als Unterstützer des JN-Sachsentages am 4. August in Dresden-Pappritz auf. Er war treibende Kraft beim Ausbau der Mühle Brausenstein in Bielatal zum rechten Szenetreff. Vor Kurzem saß er im Knast, weil er 2006 als Dynamo-Hooligan eine Flasche geworfen hatte.
Aktueller Fall: Vielleicht schon am morgigen Sonnabend, aber bestimmt noch im Juli soll im ehemaligen italienischen Restaurant „Ramazzotti“ an der Schmiedestraße/ Durchgang Gerichtsstraße die „Schnitzel-Schmiede“ eröffnen. Die neuen Mieter und Betreiber heißen Marco S.und Jens K.; sie haben die Räume von Familie V. übernommen und renoviert. Es seien vor allem private Gründe, sagt Isolde Vollmer der SZ, die sie veranlassten, ihre 1995 eröffnete Gaststätte abzugeben. Die Pizzeria, das heißt den Schnellimbiss und Heimservice, gleich rechts nebenan würden die Vollmers jedoch behalten.
Zu Marco S.: Er ist genauso wie sein Zwillingsbruder Dirk aus dem SSS- und Hooligan-Umfeld bekannt. Beide versuchten zum Beispiel, 2004 die Antifa-Demo in Pirna zu stören. Dirk fiel 2003 im Zusammenhang mit dem Vorhaben von Rechten auf, das Gebäude Geibeltstraße 1b in Pirna als Tattoo-Studio und Klub zu nutzen. Das verhinderte die Stadt jedoch damals. In jüngster Zeit ist Marco, der noch ein Baugeschäft hat, laut SZ-Informationen nicht mehr negativ aufgefallen.
„Das ist ein normales Geschäft, das für jeden offen steht. Das hat nichts mit Politik oder so was zu tun“, bestreitet Marco S. am Handy, dass es zwischen der „Schnitzel-Schmiede“ und seiner Vergangenheit Zusammenhänge gibt. Und dann plaudert er über seine Pläne: Über 30 Sorten an Schnitzeln, auch Mailänder- und Hawaii-Art, soll es geben. Dazu Hausmannskost. Er habe insgesamt acht Angestellte, davon zwei vom „Ramazzotti“ übernommen.
Tattoos und Getränke
Klingt alles ganz normal. Wenn da nicht diese Fragen wären: Warum hat Mit-Inhaber Jens Kirchbach, der in Pirna groß geworden ist und jetzt in Reinhardtsgrimma-Hausdorf ein Montage-Unternehmen betreibt, ein antichristliches Zeichen auf seinem Auto? Der Adler, der den Christen-Fisch packt, ist in der Szene und bei der NPD beliebt. O-Ton Kirchbach: „Das weiß ich nicht. Ich habe das Zeichen am Auto, weil ich bekennender Heide und Fan des Nordischen, Germanischen bin.“
Und warum hat erst vor Kurzem genau in der Nachbarschaft des neuen Schnitzelhauses der verurteilte SSS-Schläger und S.-Freund Daniel B. ein Tattoo- und Piercing-Studio eröffnet?
Noch mehr: Nur ein paar Schritte weiter gibt es am Markt, links neben der Tourist-Info, auch noch seit nicht allzu langer Zeit die „Getränkebox“. Sie gehörte bis vor Kurzem Schaffrath. Der hat sie jetzt aber an den älteren der Gehnich-Brüder abgegeben – Ralf. Dieser ist ebenfalls szenebekannt – wenn auch nicht so wie sein Bruder Paul.
Vielleicht ist ja wirklich alles nur Zufall...
Quelle: von Marco Mach, Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Pirna



























































































































