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Weitere Festnahme eines Terrorhelfers

01.02.2012 / Deutschland

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwochmorgen in Düsseldorf einen weiteren mutmaßlichen Helfer der rechtsextremen Thüringer Terrorzelle festnehmen lassen. Der Einsatz wurde von der Anti-Terror-Spezialeinheit GSG 9 ausgeführt. Der 31 Jahre alte Carsten S. steht laut Bundesanwaltschaft im dringenden Verdacht, Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch der terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) geleistet zu haben.

Er soll gemeinsam mit einem weiteren mutmaßlichen Unterstützer eine Schusswaffe und Munition für die Zelle besorgt haben.

Inzwischen ist Carsten S. dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) vorgeführt worden. Gegen 14 Uhr war der mutmaßliche Terrorhelfer von einem Polizeihubschrauber nach Karlsruhe gebracht worden. Der Ermittlungsrichter wollte ihm den Haftbefehl eröffnen und über die Untersuchungshaft entscheiden. Der Beschluss wurde für den späten Nachmittag erwartet.

Nach den bisherigen Erkenntnissen war S. 1999 und 2000 im rechtsextremistischen „Thüringer Heimatschutz“ aktiv, dem auch das Neonazi-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe angehört haben soll. S. stand demnach in enger Verbindung zu den drei 1998 abgetauchten Neonazis und soll diese finanziell unterstützt haben.

Zeitweilig soll er der einzige aus dem rechtsextremistischen Umfeld der Gruppe gewesen sein, der unmittelbaren Kontakt zu der Zelle hatte. Die jahrelang unentdeckt gebliebene Zwickauer Neonazi-Zelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt.

Gegen 14 Uhr war der mutmaßliche Terrorhelfer von einem Polizeihubschrauber nach Karlsruhe gebracht worden. Der Ermittlungsrichter wollte ihm den Haftbefehl eröffnen und über die Untersuchungshaft entscheiden. Der Beschluss wurde für den späten Nachmittag erwartet.

 

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2012

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