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Schmiedestraße 55 oder alter Bahnhof?

10.07.2007 / Pirna Jung, Alt, Stadträte und Architekten diskutieren über das künftige Zuhause des Uniwerks.
Die Tendenz ist an diesem Abend klar. Während die zwei anwesenden Architekten eindeutig für den alten Pirnaer Bahnhof als neues Zuhause fürs Uniwerk plädieren, wollen die jungen Leute lieber in ihrer Schmiedestraße 55 bleiben. Insgesamt diskutieren dort rund 50 Leute, darunter auch Stadträte, über die räumliche Zukunft desDie Tendenz ist an diesem Abend klar. Während die zwei anwesenden Architekten eindeutig für den alten Pirnaer Bahnhof als neues Zuhause fürs Uniwerk plädieren, wollen die jungen Leute lieber in ihrer Schmiedestraße 55 bleiben. Insgesamt diskutieren dort rund 50 Leute, darunter auch Stadträte, über die räumliche Zukunft des kulturellen Treffs.

Fest scheint bisher zu stehen, dass man fraktionsübergreifend das Gebilde Uniwerk erhalten möchte. Aber wie und wo? Darüber sind das Uniwerk und das Rathaus schon länger im Gespräch. Weil die Stadt für ihr Objekt Schmiedestraße 55/Schloßstraße 8 laut Steffen Köhler, Fachgebietsleiter Schule und Soziales, zahlreiche private Kauf-Interessenten habe und nicht wisse, ob sie die notwendigen Investitionen für Fluchtwege und vor allem später die laufenden Kosten schultern kann, schaute man sich nach einer Alternative um – und fand den alten Bahnhof.

In der Darstellung der zwei Architekten Jörg Möser und Joachim Lattke, die einzig und allein einen Variantenvergleich machen sollten, entpuppt sich der Bahnhof aber nicht nur als Alternative, sondern als das Vorzugsobjekt. Er sei neben Museum und Klosterkirche ideal gelegen, besser erreichbar und in der Sanierung viel billiger als die Schmiedestraße, weil er nicht unter Denkmalschutz steht. Ja, Möser stellt sogar schon vor, was wohin kommen könnte und bringt bereits konkrete Pläne: Ein gemeinnütziger Görlitzer Verein wäre bereit, den zurzeit in Privathand befindlichen Bahnhof zu kaufen, ihn zu sanieren und an das Uniwerk zu vermieten.

Von dieser exakten Schilderung sehen sich die anwesenden Jugendlichen etwas überrollt und reagieren – zu Recht – angesäuert. Fragen, ob es überhaupt noch die Wahl gebe oder schon alles pro Bahnhof entschieden sei? Nach ihren Äußerungen wollen sie ohnehin lieber in der Schmiedestraße bleiben und befürchten, dass der Zuglärm am Bahnhof die Veranstaltungen störe.

Der Charme des Unfertigen

„Klar ist: Das Uniwerk wird in einem neuen Gebäude nicht mehr so wie jetzt weiterleben können“, sagt Thomas Hübel von der Initiativgruppe. Und Ulrike Schirm ergänzt: „Der Charme der Schmiedestraße ist das Unfertige. Das muss unbedingt erhalten werden, auch im Falle eines Umzuges.“ Mehr noch: Dem Uniwerk schwebt ein großes Kulturhaus mit vielen Veranstaltungen für Alt und Jung und als Heimat für mehrere Vereine vor.

Auf die Stadträte kommt also eine schwierige Entscheidung zu. Sie sehen natürlich auch, dass der alte Bahnhof in der oben genannten Form die fürs Stadtsäckel bessere Variante darstellt. Schließlich bekommt die Stadt dann Geld aus dem Verkauf der Schmiedestraße55 anstatt welches hineinstecken zu müssen. Und noch dazu würde ein weiterer Schandfleck Pirnas verschwinden. „Ich bin als Stadtrat gespalten“, drückt es beispielhaft Fritz Rösler (SPD) aus. (
Von Marco Mach)

Quelle: Sächsische Zeitung, 10.07.2007

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