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Sachsen kürzt drastisch Geld für Jugend

06.02.2010 / Sachsen Der Freistaat streicht die Förderung der Jugendarbeit vor Ort um ein Drittel. Vielen Einrichtungen droht nun das Aus.

Kahlschlag bei der Jugend: Der Freistaat streicht die Förderung für die Jugendarbeit um rund ein Drittel. Der bisher vorgesehene Etat für die sogenannte Jugendpauschale von knapp 15 Millionen wird nach SZ-Informationen um 4,7 Millionen Euro gekürzt.

Das heißt: Hatte der Freistaat bisher pro Jugendlichen an Kommunen und Kreise 14,70 Euro bezahlt, sind es künftig nur noch 10,40 Euro. Da Kommunen und Kreise bisher den vom Land gezahlten Betrag um die gleiche Summe aufgestockt haben, droht damit die Gesamtsumme für die Jugendarbeit vor Ort deutlich zu sinken.

Für viele Jugendclubs, Beratungsstellen, Sozialarbeiter, Spielmobile und Jugendfreizeiten könnte dies das Aus bedeuten. Denn auch bei den freien Trägern der Jugendhilfe sind Kürzungen um fast ein Drittel geplant.

Auch beim Freiwiligen Sozialen Jahr (FSJ), der Suchtberatung und bei der Verwaltungsstruktur der Freien Wohlfahrtspflege soll es deutliche Einschnitte geben. Wie hoch sie ausfallen, ist noch unklar. Das sächsische Sozialministerium wollte dazu am Freitag keine näheren Angaben machen. Es bestätigte auf SZ-Anfrage lediglich, dass der Jahresetat der Jugendhilfe von ursprünglich 83 Millionen um 7,7 Millionen Euro gekürzt werde.

Hintergrund der Einschnitte sind unter anderem geringere Steuereinnahmen. Allein in diesem Jahr fehlen rund 864 Millionen in der Kasse des Freistaats. Das Finanzministerium hatte daher Anfang des Jahres eine Haushaltssperre verhängt und zugleich alle Ministerien verpflichtet, 140 Millionen einzusparen. Per „Rasenmäher-Methode“ muss nun jedes Fachressort seinen Etat deutlich kürzen. 14,4 Millionen Euro entfielen auf das Sozialministerium. Doch, wie erst jetzt bekannt wurde, muss das Ministerium insgesamt sogar 25 Millionen einsparen, weil deutliche Mehrausgaben bei gesetzlichen Sozialleistungen in diesem Jahr noch einkalkuliert werden müssen.

Erst am Montag will das Sozialministerium offiziell Kommunen, Kreise und Jugendhilfe-Träger über die geplanten Einschnitte informieren und das Geld für die jeweilige Jugendarbeit vor Ort zuweisen. „Diese Kürzungen sind für uns eine Katastrophe“, sagte der Vorsitzende des Kinder- und Jugendrings Sachsen, Andre Schnabel, am Freitag der SZ in einer ersten Reaktion.

Quelle: Sächsische Zeitung, Samstag, 6. Februar 2010

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