Toleranz und Demokratie fängt vor allem im privaten Bereich bei jedem selbst an. Akzeptanz bedeutet vor allem, den Anderen so zu nehmen, wie er ist. Zeigen wir, dass unsere Region nicht braun ist sondern bunt!
Klaus-Peter Hanke (parteilos, Oberbürgermeister der Stadt Pirna) aus Pirna
Rassisten greifen nach Konzert Kenianerin an
31.12.2011 / Dresden / Jena / HalleEine 45-jährige gebürtige Kenianerin ist in der Nacht zum Freitag in Dresden von mehreren Rassisten beleidigt, bespuckt und niedergeschlagen worden. Die Täter flüchteten, als mehrere couragierte Männer und Frauen der Verletzten zu Hilfe kamen, teilte die Polizei am Freitag mit. Nun fahndet der Staatsschutz nach den Tätern. Die 45-Jährige aus Jena erlitt Prellungen und leichte Verletzungen an den Händen. Sie fuhr noch in der Nacht zurück nach Thüringen.
Zu dem Angriff kam es gegen 0.15 Uhr vor dem Nachtschalter der Aral-Tankstelle in der Hamburger Straße. Dort war relativ viel Betrieb, weil kurz zuvor ein Rockkonzert der Band „Frei.Wild“ im Messegelände zu Ende gegangen war. Bilder der Überwachungskamera der Tankstelle zeigen, wie die farbige Frau zunächst von einem Mann übel beleidigt und bespuckt wurde. Anlass war die Hautfarbe der Geschädigten. Kurz darauf kamen weitere Männer auf die Kenianerin zu und schlugen auf sie ein, sodass sie zu Boden ging, sagte Polizeisprecher Marko Laske.
Helfer mit Courage
Als plötzlich mehrere andere Kunden der Tankstelle dazwischengingen, flüchteten die Täter. Die Angreifer sollen in einer Gruppe von rund zehn Männern da gewesen sein und fuhren dann mit mindestens zwei Autos davon, darunter ein BMW mit Hallenser Kennzeichen. Aufgrund der Bekleidung der Angreifer geht die Polizei davon aus, dass die Täter zuvor das „Frei.Wild“-Konzert besucht hatten – interessanterweise hatte sich die Band aus Südtirol während ihres Auftritts deutlich von jeglichen rechtsextremistischen Bezügen distanziert und auch ihr Publikum zu „Nazis raus“-Rufen animiert.
Auch die couragierten Helfer waren möglicherweise Konzertbesucher auf der Heimreise. Sie hatten die Tankstelle bereits verlassen, ehe die Polizei eintraf. Nun hoffen die Beamten, dass sich die Helfer und andere Zeugen des fremdenfeindlichen Übergriffs auf die Frau melden.
Bei einem der Angreifer soll es sich um einen 25 bis 30 Jahre alten Mann handeln. Er hatte blondes Haar, trug eine Brille und sprach keinen ortsüblichen Dialekt.
Der Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung. Die Beamten gehen unter anderem der Kennzeichen-Spur nach und werten die Bilder der Überwachungskamera aus. Die Polizei bittet alle Zeugen des Überfalls, insbesondere die Helfer der Frau, sich zu melden.
Polizei Dresden: 0351/4832233
Quelle: Sächsische Zeitung, 31.12.2011




























































































































