Sachsen hat große Chancen als Tor zum Osten Europas. Davon können gerade grenznahe Regionen profitieren. Doch dafür müssen wir weltoffener werden. Zivil- gesellschaftliches Engagement und gelebte Demokratie sind das Fundament dafür.
Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied des Sächsischen Landtages) aus Dresden
Pirna feiert ein kunterbuntes Fest
31.05.2010 / Pirna Am Sonnabend fand in Pirna der achte Markt der Kulturen statt. Er setzte ein Zeichen für die Offenheit und Toleranz der Stadt.Der Markt der Kulturen am Sonnabend wurde das, was er sein wollte. Ein Fest für alle. Schon ab 10 Uhr eroberten die Menschen die vielen Stände und ließen sich vom Programm der beiden Bühnen begeistern. „So viele Leute bekommt nicht einmal Dresden auf den Marktplatz“, sagte Markus Ulbig. Der sächsische Innenminister und frühere Pirnaer Oberbürgermeister war einer der zahlreichen Ehrengäste bei dem Fest.
Das Motto hieß „Die Sächsische Schweiz ist bunt“. Das galt sowohl optisch wie auch programmatisch. Das Spektrum reichte von der thailändischen Massage über das amerikanische Generalkonsulat bis hin zur Kriegsgräberführsorge. Letztere zeigte, dass sie mehr tut, als nur alte Gräber zu pflegen. Mit der Aktion „Rote Hand – Gegen den Einsatz von Kindersoldaten“ machte sie auf aktuelle Konflikte aufmerksam. „Wir sind viele junge Leute hier“, berichtet Carsten Riedel, der die Kriegsgräberführsorge mit am Stand vertrat. Im Juli ist sogar ein Jugendcamp in Pirna geplant.
Vertreten war auch die Landeszentrale für politische Bildung. Deren Direktor Frank Richter schaute sogar höchstpersönlich vorbei. „Das hier ist genau der richtige Ansatz“, erklärt er. „Es ist immer besser, nicht gegen etwas, sondern für etwas zu sein.“
Für das leibliche Wohl war natürlich ebenfalls gesorgt. Ob es nun die leckeren Frühlingsrollen waren, die afrikanische Küche oder der Rotwein am Stand der französischen Partnerstadt von Pirna, Longuyon. Das Hauptcatering übernahm aber in diesem Jahr die „Saps“ von der Arbeiterwohlfahrt. Das ist ein soziales Arbeitsprojekt vom Pirnaer Sonnenstein, dessen Leute dann auch am Stand die Würste und Steaks verabreichten. Die waren äußerst lecker und die „Saps“ ein Gewinn für den Markt der Kulturen.
„Anfangs war es eher eine Notlösung“, erzählt Johannes Enke von der Aktion Zivilcourage, die den Markt ins Leben gerufen hat und organisiert. Nach dem Weggang der Hotelfachschule nach Dresden musste ein neuer Partner gefunden werden. „Doch mit der Saps läuft es auch jetzt wieder top!“
Die Organisation der Veranstaltung lobte auch Moderator Bastian Wierzioch. Er führte bereits zum vierten Mal durch das Programm. „Inzwischen habe ich schon etwas Routine“, gibt er zu. Aufgeregt sei er dennoch immer. „Dieses Mal habe ich aber kaum Lampenfieber“, sagt er. Und so warfen ihn auch kleinere Pannen, wie die Suche nach dem richtigen Lied der Band „Scooter“ oder dem Papa der kleinen Johanna Schmidt, nicht um. Er präsentierte den ganzen Tag souverän die Veranstaltung.
Dass alles so perfekt klappte, dafür sorgte aber vor allem ein kleines und gut eingespieltes „Org-Team“ unter der Leitung von Thomas Gockel, dem Extremismusbeauftragten der Stadt Pirna, und Sebastian Reißig, dem Geschäftsführer der Aktion Zivilcourage. Gut verkabelt und untereinander mit Funk verbunden garantierten sie den reibungslosen Ablauf. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Thomas Gockel. Die Gäste bekamen dann auch kaum Probleme mit. Einige Müllbehälter waren um die Mittagszeit schon überfüllt. Das war jedoch fast schon alles, was störte an diesem sonnigen Tag. Als am Abend noch die Hauptband, die „Transsylvanians“, auftrat, war das der Höhepunkt des gelungenen Tages. (Alexander Müller)
Quelle: Sächsische Zeitung, 31.05.2010



























































































































