Respekt und Toleranz vor jedem Menschen, sind die Grundpfeiler einer Welt , die sich mit großen Veränderungen auseinander setzen muss. Ich freue mich, das aus meiner Stadt Pirna, so viel in Richtung Toleranz durch die Aktion Zivilcourage bewegt wird.
Hugo Dressler aus Pirna
„Niemand sollte versuchen, den Helden zu spielen“
27.01.2012 / PirnaWer Opfer oder Zeuge einer Straftat wird, kann den Täter auch selbst stellen. Diese Befugnis regelt Paragraf 127 der Strafprozessordnung: Jedermann ist befugt, einen auf frischer Tat ertappten Straftäter vorläufig festzunehmen. Doch ist diese gesetzlich fixierte Form der Zivilcourage in jedem Fall ratsam? Vor allem bei Straftaten, bei denen Waffen eingesetzt werden, rät die Polizei dazu, sich eher passiv als aktiv zu verhalten.
Viel zu groß ist sonst die Gefahr, dass die Täter unberechenbar werden. Keiner weiß vorher, ob es sich um nervöse Ersttäter oder abgebrühte Mehrfachtäter handelt. Niemand kann beim bloßen Anblick eines Menschen erkennen, ob er zu niedriger oder hoher Gewaltbereitschaft neigt. „Um den Täter nicht zu provozieren, sollte man seinen Anweisungen Folge leisten“, sagt Polizeisprecher Lutz Teistler.
Trotz der psychischen Ausnahmesituation sollten Opfer und Zeugen so viel wie möglich beobachten und sich einprägen und den Notruf wählen, wenn die Täter weg sind. „Und es sollte niemand versuchen, den Helden zu spielen“, sagt Lutz Teistler.
Courage nicht um jeden Preis
Zwar freue sich die Polizei über Zivilcourage – aber nicht um jeden Preis. Es bringt nichts, wenn ein Täter derart in Bedrängnis gerät, dass er völlig ausrastet und unter Umständen viel brutaler als geplant handelt. „Manche Täter haben nichts zu verlieren. Denen ist alles egal, und man sieht es ihnen meist nicht an“, sagt der Polizeisprecher. Gerade die, die harmlos aussehen, seien oft besonders gefährlich.
Opfern von Überfällen rät Lutz Teistler – auch wenn es als schwierig erscheint – ruhig und gefasst zu bleiben. Sie sollten möglichst langsam agieren, so lässt sich Zeit gewinnen, Täter und Lage zu beobachten. Und auch der Umstand, dass Einbrecher oder Räuber zunächst mit der Beute verschwinden, sollte die Opfer nicht bange machen: Die polizeiliche Aufklärungsquote bei Raub- und anderen Gewaltstraftaten liegt recht hoch. „Da geht uns kaum einer durch die Lappen“, sagt Lutz Teistler.
Quelle: Sächsische Zeitung, 27.01.2012




























































































































