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Kampf gegen Nazis: Westen soll vom Osten lernen

25.07.2007 / Dresden
Westdeutsche Regionen sollen im Kampf gegen Rechtsextremismus von Strategien in Ostdeutschland lernen. Zu dieser Schlussfolgerung kam am Mittwoch in Dresden die sächsische Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar bei der Vorstellung einer Studie. Durch die stärkere öffentliche Präsenz rechtsextremer Organisationen wie der NPD im Osten stehe die Gegenbewegung ebenfalls stärker da, sagte sie. „Wir haben auch eine breitere Landschaft von Initiativen gegen Rechts.“ Generell sei ein offensiver Umgang mit dem Thema von Nutzen. „Ein Negieren des Problems bringt nichts“, sagte Lazar.

Leipziger Wissenschaftler hatten im Rahmen einer Fallstudie in einer bayerischen und einer sächsischen Kleinstadt Initiativen, Verwaltungsangestellte und Polizisten zum Rechtsextremismus befragt. Die Untersuchung im Auftrag der Grünen lief von November 2006 bis Mai 2007. Demzufolge ist Rechtsextremismus kein Jugendproblem. „Besonders in den Köpfen Älterer und in der bürgerlichen Mitte ist rechtsextremes Gedankengut vorhanden“, sagte Lazar. Oft entstehe ein Handlungsdruck erst nach Übergriffen, Pöbeleien oder Gründung eines rechtsextremen Vereins. Allerdings fehle oft eine Auseinandersetzung mit dem Problem unterhalb der Schwelle von Gewalttätigkeit. „Erst Gewalttaten sorgen für eine mediale Aufmerksamkeit“, sagte Lazar.

Kommunale Verwaltungen sollten akzeptieren, dass auch außerhalb von ihnen geleiteter Strukturen Initiativen gegen Rechts existieren. Eine weitere Empfehlung gilt der Ausbildung von Pädagogen. „Wir sollten in Sachsen die Lehrpläne verändern, damit Lehrer mit der Nazi-Ideologie umzugehen lernen“, sagte Lazar. Vereine müssten aufpassen, nicht von rechten Akteuren unterwandert zu werden. Die Polizei brauche Weiterbildung, „gerade beim Umgang mit Opfern rechter Gewalt“. Initiativen sollten die Chance erhalten, vom Ehrenamt zu professionellen Strukturen zu wechseln. (dpa)

Quelle: Sächsische Zeitung, 25.07.2007

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