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Junge Nachbarn nähern sich an

13.06.2007 / Pirna Was bringt der neue Landkreis für die Jugend? Ein jugendpolitisches Forum in Pirna sollte Antworten geben.
Der neue Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge entsteht am 1. Juli 2008 in Form eines Schmetterlings auf der Landkarte. Doch wohin geht sein Flug in punkto Jugendarbeit? Nicht erst dann, wenn es soweit ist, sondern schon jetzt wollen das die Jugendvereine beider Landkreise wissen. Unterschiedlich gewachsene Strukturen inDer neue Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge entsteht am 1. Juli 2008 in Form eines Schmetterlings auf der Landkarte.

Doch wohin geht sein Flug in punkto Jugendarbeit? Nicht erst dann, wenn es soweit ist, sondern schon jetzt wollen das die Jugendvereine beider Landkreise wissen. Unterschiedlich gewachsene Strukturen in der Jugendarbeit, die Angst, Gewohntes zu verlieren, nicht nachvollziehbare politische Entscheidungen, vermeintliche Konkurrenten und die aufkommende Unübersichtlichkeit des neuen Landkreises – all das verlangt nach mehr Transparenz.

Und deshalb gab es am Montagabend ein zweites jugendpolitisches Forum. Im halb besetzten Saal des Pirnaer Jugendhauses „Hanno“ standen dazu der Pirnaer Landrat Michael Geisler (CDU), der CDU-Vizelandrat im Weißeritzkreis, Bela Belafi, und die jeweiligen Jugendamtsleiter der Landkreise Sächsische Schweiz und Weißeritzkreis, Dietmar Schneider und Tilo Georgi, Rede und Antwort.

Bis zur ersten Sitzung des neuen Jugendhilfeausschusses nach der Kreisreform ist es noch lange hin. Erst voraussichtlich im Herbst 2008 wird das Gremium tagen. Doch bereits jetzt steht in der Jugendarbeit beider Kreise fest: „Gemeinsamkeiten müssen erhalten und gewachsene Strukturen dürfen nicht zerstört werden“, sagt Bela Belafi.

Auf Kontinuität in der Jugendarbeit setzt Ralf Wätzig, Vorsitzender des Jugendrings Sächsische Schweiz. Es könne nicht angehen, dass sich die Träger jedes Jahr aufs Neue gegen geplante Kürzungen aufbäumen müssen. Doch vor allem: Wie sieht es 2008 mit der finanziellen Unterstützung der freien Träger aus? Gibt es das Geld für ein ganzes Jahr oder aufgrund der Kreisreform zunächst nur für ein halbes Jahr? Die Antwort folgt im Herbst. Dann tagen die jeweiligen Jugendhilfeausschüsse, und sie entscheiden. Landrat Geisler räumt ein: „Die Regularien machen die Arbeit auch künftig nicht leichter.“

Warum gibt es im Weißeritzkreis keinen Jugendring, genauso wie in Pirna? Das fragt Gerd Anacker, Jugendwart im Kirchenbezirk Pirna. Tilo Georgi muss passen. „Der Jugendring ist eingeschlafen, denn es gab immer weniger Mitgliedsvereine.“ Genau daran sei der Jugendring gescheitert. Dietmar Schneider will aber die guten Erfahrungen des Jugendrings Sächsische Schweiz dem Nachbarn anbieten. „Ich denke an spezielle Projekte, die wir gemeinsam durchführen können.“ Die guten Erfahrungen in der Jugend- und Familienhilfe in Freital-Zauckerode sollen auch in Heidenau oder Pirna fruchten.

Die Jugendamtsleiter sprechen von Geld, denn ohne das geht es auch in der Jugendarbeit nicht. Und obwohl gespart werden muss, versuchen die Kreise, eine Vielzahl freier Träger zu fördern. Denen aber sind die Zuschüsse zu gering. Für den Kinder- und Jugendschutz stehen im Landkreis Sächsische Schweiz 2000Euro zur Verfügung. „Angesichts einer solchen Zahl wird mir übel“, sagt Barbara Stanja aus Dippoldiswalde. Sie ist für den Deutschen Kinderschutzbund tätig und schaut auf das Geld für den Weißeritzkreis. Da sind es 25000Euro. Der Pirnaer Jugendamtsleiter gibt Entwarnung. Die 2000 Euro reichten gerade mal für organisatorische Aufgaben des Kinder- und Jugendschutzes. Gelder dafür fließen jedoch auch von anderswo. Zum Beispiel sei ab Juli die Stelle eines Koordinators zum Schutz Minderjähriger genehmigt.

Torsten Himm vom „Theatre Libre“ Sebnitz fragt: „Gibt es Geld für Werterhaltungsarbeiten in unserer Einrichtung?“ Dietmar Schneider muss ihn enttäuschen. Dafür gebe es auch mit der Kreisreform kein Geld. Priorität in der Werterhaltung hätten die Kindereinrichtungen. (
Von Gabriele Schrul)

3. jugendpolitisches Forum: 26. November in der Kuppelhalle Tharandt

Quelle: Sächsische Zeitung, 13.06.2007

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