Die Menschen sind verschieden, sagte der Mann und zog sein Hemd verkehrt rum an. Es ist unsere Menschenpflicht, dies zu akzeptieren.
Alexander Steinfeld aus Berlin
Harte Worte zum Demokratie-Festakt
11.07.2007 / Pirna/ Sachsen Gestern im Pirnaer Rathaus: Es gibt Preise im Bundeswettbewerb „Aktiv für Demokratie“. Dabei wird deutlich: Manchen Initiativen fehlt Geld.Gestern im Pirnaer Rathaus: Preisverleihung im Bundeswettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“. Stephan Meister vom Netzwerk für Demokratische Kultur aus Wurzen nimmt als letzter der sechs Preisträger aus Sachsen seine Urkunde entgegen. Dann macht er sich Luft. Seit die Civitas-Förderung ausgelaufen sei, fehle es seinem Verein an überlebenswichtigen Geldern. 15000 Euro habe er als außerordentliche Förderung beim Muldentalkreis beantragt – der zuständige Ausschuss habe abgelehnt. „Unserem Geschäftsführer mussten wir jetzt schon kündigen, und ohne eine Grundstruktur von Festangestellten lässt sich auch das Netz der Ehrenamtlichen nicht koordinieren.“
Offenbar hatte sich Meister in Pirna eher Gehör für seine harten Worte erhofft als daheim – und das nicht nur beim schließlich anwesenden Wirtschaftsminister.
So ist in den Festansprachen oft zu hören, in der Sächsischen Schweiz werde nicht nur von Vereinen, sondern auch von Behördenseite viel im Kampf für Demokratie und gegen Rechtsextremismus getan. Das rechtfertige auch die Wahl Pirnas als Ort der Preisverleihung.
Dass aber Initiativen im Kampf gegen Rechts nicht nur in Wurzen oft Geld fehlt, bestätigen auch andere Preisträger. Christian Demuth, Vorsitzender des Vereins Bürger.Courage aus Dresden mahnt am Rande der Veranstaltung, Wettbewerbe und Preise hätten ihren symbolischen Wert, doch darüber hinaus seien die Vereine auf Unterstützung der Institutionen angewiesen. „Oft werden wir da mit der Haltung konfrontiert: Tolle Sache, machen Sie mal.“ Mancherorts im Freistaat gelte zudem als Nestbeschmutzer, wer Probleme mit dem Rechtsextremismus anspreche.
Anders in Pirna, betont Oberbürgermeister Markus Ulbig (CDU): „Man kennt uns als Stadt, die sich aufgemacht hat, dieser Entwicklung die Stirn zu bieten.“
Ausgezeichnet wurden: aus Dresden der Verein Bürger.Courage (5000 Euro) und der Jugendbildungsverein Sachsen (3000 Euro); aus Leipzig das Antidiskriminierungsbüro (3000 Euro) und der Förderverein Schulmuseum (2000 Euro); der Spätaussiedlerverein „Wir gemeinsam in Zwickau“ (1000 Euro) und aus Wurzen das Netzwerk für Demokratische Kultur (Ehrenpreis). In ganz Deutschland wurden im Rahmen des Wettbewerbs 63 Projekte ausgezeichnet. (Von Hartmut Landgraf)
Quelle: Sächsische Zeitung, Mittwoch, 11. Juli 2007




























































































































