Zivilcourage ist für die heutige Gesellschaft enorm wichtig und ich hoffe, dass die Aktion Zivilcourage genau das auch vielen Leuten verdeutlicht.
David Friedrich (Bobteam Friedrich) aus Pirna
Was ist eigentlich ... ?
Antisemitismus
Euthanasie
Fanzines
Faschismus
Fremdenfeindlichkeit
Froindschaft
Holocaust
Judenverfolgung im Dritten Reich
Kameradschaften
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
Nationalismus
Nationalsozialismus
R.A.C. - Rock against Communism
Rassismus
Rechte Musik
Rechtsextremismus
Rechtsradikalismus
Skinheads
Skinheads Sächsische Schweiz (SSS)
Z.O.G.
Antisemitismus
Mit "Antisemitismus" bezeichnet man im Allgemeinen die Abneigung und Feindschaft gegen Juden. Pogrome (Hetze und Ausschreitungen gg. religiöse oder ethnische Gruppen) gegenüber Juden gab es bereits in frühen Jahrhunderten, einen unfassbaren Höhepunkt erreichten sie zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Obgleich der Bevölkerungsanteil der Juden in Deutschland zu dieser Zeit nur 0,8% ausmachte, mündete die öffentliche Diskriminierung und Isolation, die Propaganda gegen Juden im Dritten Reich in Massenmorden in Konzentrationslagern.
Untersuchungen ergaben, dass eine positive Einstellung zum Nationalsozialismus auch eine antisemitische Haltung fördert. Noch heute existieren die erschreckendsten Vorurteile über jüdische Menschen: Die Bilder des machthungrigen, gefährlichen und geldgierigen Juden. Doch wer kann es sich anmaßen einer ganzen Bevölkerungsgruppe zahlreiche negative Eigenschaften zuzuschreiben und dabei sicherlich kaum zwischenmenschlichen Kontakt zu Juden zu haben? Wenn wir in den Medien von Schändungen jüdischer Friedhöfe oder der "Auschwitzlüge" lesen, sollte uns bewusst werden, dass wir für unsere Vergangenheit keine Verantwortung mehr tragen können, wohl aber tragen wir diese für unsere Gegenwart und Zukunft.
Euthanasie
Der Begriff Euthanasie stammt aus dem Griechischen von "eu" (=schön, gut) und "thanatos" (=Tod) ab. Anfänglich war damit ein schneller, leichter und schmerzloser Tod ohne das Eingreifen des Menschen gemeint. Im Dritten Reich wurde dieser Begriff missbraucht, um ein Massentötungsprogramm zu umschreiben. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde die "Aktion T4" begonnen, in deren Rahmen psychisch Kranke und körperlich Behinderte in speziellen Tötungsanstalten durch Gas, Medikamente und Nahrungsentzug ermordet wurden. Von 1938/39 wurde die sogenannte "Kindereuthanasie" vollzogen, welche dann später eine Ausdehnung auf erwachsene Kranke erfuhr. Die Nationalsozialisten stützten sich bei diesen Aktionen auf eine sozialdarwinistisch geprägte Humangenetik, die unter der Bezeichnung "Rassenhygiene" bereits in der Zeit der Weimarer Republik vertreten wurde. Im August 1941 wurde auf Druck der Bevölkerung und der Kirche ein Euthanasiestopp proklamiert, der aber in Wirklichkeit nur eine bessere Tarnung der Aktion bedeutete. Vielmehr wurden die Methoden und auch die Organisationsstrukturen der "Aktion Gnadentod" auf gesunde politische Häftlinge oder sogenannte "minderwertige Rassen" (Polen, Juden, etc. pp.) ausgedehnt. Im Rahmen der Euthanasie wurden rund 75.000 Menschen ermordet, erschossen, vergast, vergiftet oder auch ausgehungert.
Nationalsozialistische Verbrechen auf dem Pirnaer Sonnenstein
In der nationalsozialistischen Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein wurden in den Jahren 1940 und 1941 etwa 15 000 Menschen umgebracht. Es waren vorwiegend psychisch Kranke und geistig Behinderte, am Ende auch Häftlinge aus Konzentrationslagern. Diese Vernichtungsanstalt ist, nicht zuletzt wegen der Zahl ihrer Opfer, einer der schlimmsten Orte nationalsozialistischer Verbrechen in Sachsen. Die Tötungsanstalt Sonnenstein diente der personellen, organisatorischen und technischen Vorbereitung des Holocaust.
Im Laufe des Sommers 1942 wurde die "Euthanasie"-Anstalt Sonnenstein aufgelöst. Die Gaskammer und das Krematorium wurden abgebaut. Nach sorgsamer Verwischung der Spuren der Verbrechen wurden die Gebäude seit Ende 1942 als Wehrmachtlazarett genutzt. Im sogenannten Dresdner Ärzteprozess im Sommer 1947 wurden einige der Beteiligten an der Mordaktion auf dem Sonnenstein zur Verantwortung gezogen. Das Dresdner Schwurgericht verurteilte Prof. Hermann Paul Nitsche, der vom Frühjahr 1940 an einer der medizinischen Leiter der Krankenmordaktion im Deutschen Reich gewesen war, sowie zwei Sonnensteiner Pfleger zum Tode.
Angebote und Leistungen der Gedenkstätte
Mit der Arbeit der Gedenkstätte sollen möglichst viele Menschen erreicht werden, wobei Angehörigen von Opfern, behinderten Menschen und ihren Familien, Berufsgruppen aus dem medizinischen und sozialen Bereich sowie Schülern und Studenten besondere Aufmerksamkeit gilt.
Die Gedenkstätte bietet nach Absprache eine individuelle Betreuung der Besucher und Besuchergruppen an.
Fanzines
"Fanzines" bezeichnet ein Kunstwort, welches sich aus den Begriffen "Fan" und "Magazine" zusammensetzt. Fanzines sind selbst hergestellte Hefte, die von "Fans", also von Anhängern irgeneiner Sache, herausgegeben werden. Fanzines stellen innerhalb der rechtsextremistischen Szene neben der Musik eine wichtige Kommunikationsplattform dar. In ihrer Aufmachung und Qualität sind sie jedoch recht unterschiedlich: Einige werden am PC erstellt und in begrenzter Auflage kopiert; andere erscheinen vollfarbig gedruckt. Der Vertrieb erfolgt meist "unter der Hand" und als Auslage bei Skinheadkonzerten. Inhaltlich beschäftigen sich Fanzines mit rechter Musik und dazugehörigen Konzertberichten; es erscheinen z.B. Berichte über Wehrmacht und Waffen-SS sowie Informationen über regionale Aktivitäten der Skinheadszene. Die meisten Fanzines sind deutlich rechtsextremistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich geprägt. Als Beispiel eines Fanzines sei die sogenannte "Froindschaft" erwähnt.
Faschismus
Der Begriff "Faschismus" stammt vom italienischen Wort "fascio", was soviel wie Bündel oder Bund bedeutet. Benito Amilcare Andrea Mussolini gründete 1919 die "Fasci di combattimento" (dt.: Kampfbünde), deren Symbol das Rutenbündel war. Das Rutenbündel stand in der Neuzeit als Zeichen der nationalen Revolution. Mussolini übernahm 1922 die Macht in Italien. Sein Herrschaftssystem und seine politische Bewegung werden als Faschismus bezeichnet.
Aber auch andere Bewegungen des Nationalismus, die zwischen beiden Weltkriegen in Europa entstanden, werden als faschistisch bezeichnet. Faschistische Parteien sind oft nach dem Führerprinzip aufgebaut und haben eine antiliberale, antidemokratische und antisozialistische Ideologie. Das faschistische System stützt sich auf eine breite Machtbasis, die durch diktatorisch gesteuerte Massenorganisationen gewährleistet wird. Eine radikale Nebenform des Faschismus entstand in Deutschland mit dem Nationalsozialismus und dem Dritten Reich. Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kann man verschiedenste Arten von Neofaschismus beobachten.
Fremdenfeindlichkeit
Mit "Fremdenfeindlichkeit" bezeichnet man eine Ablehnung und Diskriminierung von Menschen, die in einem Land anhand von äußeren Merkmalen fremd erscheinen. Tatsächlich hängt der Begriff eng mit dem des Rassismus zusammen; oft rückt Fremdenfeindlichkeit bei Erklärungen an dessen Stelle, scheinbar etwas harmloser klingend. Fremdenfeindlichkeit zeigt sich in ablehnenden Einstellungen gegenüber Menschen mit anderer Herkunft, Sprache, Religion oder Kultur.
Enge Verbindungen ergeben sich zu "klassischen" Vorurteilen, die bestimmten ethnischen, sozialen, kulturellen und religiösen Gruppen zugeschrieben werden und ein Feindbild schüren. Dass Fremdenfeindlichkeit nicht immer in Form von Gewalt zum Ausdruck gebracht wird, zeigt sich an der sogenannten Xenophobie, hier übersetzt als "Angst vor dem Fremden". So wird deutlich, dass es Menschen gibt, die Nichteinheimische nicht akzeptieren können, weil sie ihnen anders, fremd und dadurch als Bedrohung erscheinen. Hieraus ergibt sich eine Angst und Ablehnung, die sich nicht zwangsläufig in politischen Meinungen, sonder vielmehr in täglichen Haltungen gegenüber Fremden widerspiegelt. Diese latente Fremdenfeindlichkeit ist ein fruchtbarer Boden für die Ideologien rechtsextremistischer Skinheads und Neonazis. Ihre Form des Fremdenhasses zeigt sich nicht nur in Schuldzuweisungen gegenüber Ausländern, sondern auch in blinder Verachtung und Gewalt.
Froindschaft
Betitelt hier ein unregelmäßig erscheinendes Fanzine der "Skinheads Sächsische Schweiz" (SSS). Das Fanzine wurde vor allem dazu genutzt, die Strukturen innerhalb der SSS zu stärken und um Mitglieder über Entwicklungen, Aktionen und Vorhaben zu informieren. Ausländerfeindliche Parolen, Karikaturen und Gedichte kennzeichneten die Publikationen. Fremde wurden als Schmarotzer und Abschaum diffamiert und es wurde zu Aktionen gegen politische GegnerInnen aufgerufen.
Holocaust
griech.-lat. "holocaustum"; dt. "ganz verbrannt", "Brandopfer"
Der aus Israel und der englischen Bibelsprache übernommene Begriff bezeichnet allgemein die Tötung von Menschen insbesondere durch Feuer. Heute ist Holocaust eine gebräuchliche Bezeichnung für die Massenvernichtung der Juden durch das nationalsozialistische Regime. Inzwischen ist der Begriff "Shoa" international üblich geworden und löst zunehmend die uneindeutige Bezeichnung "Holocaust" ab.
(siehe auch Judenverfolgung im "Dritten Reich")
Judenverfolgung im Dritten Reich
Seit frühchristlicher Zeit wurden Juden in vielen Ländern aus religiösen, politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Motiven verfolgt. Ihr größtes und dramatischstes Ausmaß erlangte die Judenverfolgung unter dem nationalsozialistischen Regime des Dritten Reiches von 1933 bis 1945. Damit fand das antisemitische Programm der NSDAP Verwirklichung. Die damalige Judenverfolgung richtete sich zunächst gegen das deutsche Judentum, später gegen alle Juden im deutschen Machtbereich. Ab April 1933 begannen die Nationalsozialisten mit dem Boykott gegen alle jüdischen Ärzte, Anwälte und Geschäftsinhaber, mit der Ausschaltung jüdischer Beamter und jüdischer Künstler. Es folgten 1935 die "Nürnberger Rassengesetze", welche die Juden in ihren allgemeinen Rechten beschränkten. In der sogenannten Reichspogromnacht ("Reichskristallnacht") vom 9. zum 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland jüdische Geschäfte zerstört und geplündert, Synagogen niedergebrannt sowie jüdische Bürger misshandelt und getötet. Der "spontanen" Volkswut fielen 7500 Geschäfte und 171 Synagogen zum Opfer. In den folgenden Jahren entzog man den Juden systematisch ihre Existenzgrundlage. Es kam zu Ausschließungen von den meisten Berufen, dem Verbot des Betretens kultureller Einrichtungen und Erholungsstätten. Des weiteren wurde die jüdische Bevölkerung zur Annahme der Vornamen Sarah und Israel und zum Tragen des Judensterns verpflichtet. Ab Herbst 1941 begann der Abtransport der noch in Europa lebenden Juden in die Vernichtungslager im Osten. Durch Massenerschießungen, Massenvergasungen und Hungertod verloren 4,2 bis 5,7 Millionen Juden ihr Leben.
Kameradschaften
Gruppierungen von Rechtsextremisten werden häufig als "Kameradschaften" bezeichnet. Der Bildung dieser liegt ein Konzept von Neonationalisten zugrunde. Nachdem seit 1992 einige ihrer Organisationen verboten wurden, heißt die Strategie "Organisierung ohne Organisation". Ein Netzwerk kleiner unabhängiger Zellen soll somit unangreifbar gemacht werden. Kameradschaften können sich aus unterschiedlicher Mitgliederzahl (4-100) zusammensetzen.
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)
Die NPD gründete sich 1964 aus der rechtsextremen „Deutschen Reichspartei“ (DRP). In den Anfangsjahren erfolgte ein rascher Aufstieg, sie war auch in mehreren Landtagen vertreten. Während des Bundestagswahlkampfes 1968 wurde der NPD-Ordnerdienst massiv gewalttätig, so dass der Einzug in den Bundestag knapp verfehlt wurde. Die NPD zählte im Jahr 2000 bundesweit 6.500 Mitglieder, davon 1.100 in Sachsen. Somit hat Sachsen den größten NPD-Landesverband. Der Kreisverband Sächsische Schweiz hat 170 Mitglieder und ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutz der aktivste Kreisverband in ganz Deutschland. Somit kommt fast jedes sechste Mitglied der Sachsen-NPD aus dem Landkreis Sächsische Schweiz!
Heute, da die Partei mit einem Verbot rechnen muss, investiert sie alle Kraft in die Bildung neuer lokaler Kameradschaften. Schon heute sind diese, laut dem Landesamt für Verfassungsschutz, der verlängerte Arm der Partei: Bestes Beispiel dafür ist die rechtsextreme Kameradschaft „Skinheads Sächsische Schweiz“. Diese unterstützte NPD-Veranstaltungen massiv. Uwe Leichsenring, Kreisgeschäftsführer der NPD, bedankte sich „bei den Kameraden der SSS und SSS/AO für die hervorragende Absicherung der Infotische“. Er stellt gleichzeitig fest, dass nach dem Fall der Mauer die BRD keine Existenzberechtigung mehr habe. Verschärft wurde seine Aussage durch seinen Ausspruch: „Das System hat keine Fehler, das System ist der Fehler“. Dieser Satz bekräftigt die Grundhaltung der NPD zur Abschaffung der parlamentarischen Demokratie.
Die NPD konnte im Landkreis wiederholt überdurchschnittliche Wahlergebnisse erreichen. Beispielsweise erreichte der Königsteiner Bürgermeisterkandidat der NPD, Uwe Leichsenring, zu den Kommunalwahlen 2001 in Sachsen 16,2% der Stimmen.
Nationalismus
Der Nationalismus bezeichnet eine Überbetonung des nationalen Gedankens. Nationalistisch gesinnte Menschen finden sich in bestimmten Gruppen zusammen, die aufgrund gemeinsamer Erfahrungen und Interessen, oder eingeredeter gemeinsamer Eigenschaften ein Zusammengehörigkeitsgefühl verbindet. Unter den Mitgliedern sind bestimmte Rollen herausgebildet und besondere Handlungserwartungen regeln das Verhalten der Mitglieder. Für die eigene Gruppe werden meist erstrebenswerte Eigenschaften in Anspruch genommen (zum Beispiel: „unser Volk ist arbeitsam, intelligent und tapfer“) und Fremdgruppen, die oft zum Feindbild erklärt werden, mit negativen Eigenschaften belegt („unsere Gegner sind herrschsüchtig, unterentwickelt und eine Bedrohung für uns“). Mit solchen vorurteilsbesetzten Klischees wird die Notwendigkeit des nationalistischen Handelns begründet. Die Gruppen besitzen inneren Zusammenhalt vor allem durch solche Integrationsideologien, die die Mitglieder nicht nur rational, sondern vor allem emotional verbinden. Damit wird auf ein Urbedürfnis des Menschen abgezielt, nämlich der Frage nach dem Sinn des Daseins und einer befriedigenden Antwort darauf. So wird oft die Hingabe zur nationalen bzw. völkischen Gemeinschaft verabsolutiert und übergeordnete Werte und Normen ausgeschaltet, so dass für die nationale Sache selbst Verbrechen gerechtfertigt erscheinen. Der Nationalismus drängt immer nach Verwirklichung in staatlichen Organisationen.
Nationalsozialismus
Von 1933 bis 1945 herrschte in Deutschland eine nationalsozialistische Diktatur. Ihr „Führer“ Adolf Hitler wurde am 30.01.1933 zum Reichskanzler ernannt. In den Monaten danach zerstörten er und seine Anhänger alle demokratischen Strukturen und errichteten die Alleinherrschaft der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und ihrer Organisationen. Ziel der Nationalsozialisten war unter anderem die Herrschaft über Europa, deshalb begannen sie 1939 den 2. Weltkrieg. Ein anderes Hauptziel der Nationalisten war die Vernichtung der Juden Europas und anderer von ihnen als minderwertig bezeichneter Gruppen. Am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland bedingungslos. Damit brach auch die nationalistische Diktatur zusammen.
R.A.C. - Rock against Communism
Einer der wenigen, von immerhin mäßigem Erfolg gekrönten, Versuchen, eine größere Plattform für rechte Bands zu schaffen. Entstanden Anfang der 80er Jahre in Englang als Gegenpol zur antifaschistischen Musikbewegung "Rock against Racism".
R.A.C. wirkt als Bindeglied zwischen der offen neonazistischen, politisch ambitionierten Musikszene und sich unpolitisch verstehenden aber dennoch rechtsgerichteten ›Oi-Skins‹.
Rassismus
Unter Rassismus versteht man die Verfolgung, Diskriminierung, Unterdrückung und Entrechtung von Menschen oder ganzen Völkern aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten „Rasse“. Ihm liegt die ideologische Auffassung zugrunde, Menschen wie Tiere in Rassen einteilen zu können, in solche mit höherem oder geringerem Wert.
Diese Rassenideologie beruht auf einer wissenschaftlich unhaltbaren Annahme, denn es gibt nur eine Rasse - den Menschen selbst. Hauptsächlich äußert sich Rassismus in der Überzeugung der Überlegenheit der „weißen Rasse“ und der Abwertung anderer Menschen. So werden Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe negative oder positive Eigenschaften zugeschrieben. Es ist die Rede von der Kultur der Deutschen: Pünktlichkeit, Fleiß und Ordnung - und vom faulen Ausländer, der nicht arbeiten will und auf unsere Kosten lebt. Rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen fallen nicht selten und scheinen schon fast alltäglich: so spricht man vom „Neger“, „Nigger“, „Kanaken“ oder „Fidschi“.
Auch die Ideologie und die politischen Ziele des Nationalsozialismus im Deutschen Reich waren offen rassistisch.
Die Verherrlichung der arisch/germanischen Rasse; die Einteilung aller Menschen in eine Herrscherklasse auf der einen und sogenannten Untermenschen auf der anderen Seite, führte zu den entsetzlichen Vernichtungsaktionen gegen Juden, Sinti und Roma.
Rechte Musik
Die Skinhead-Musik schafft innerhalb der rechtsextremistischen Skinheadszene eine Art Gemeinschaftsgefühl und ist ein wichtiges Kommunikationsmittel. Über Lieder lässt sich Gedankengut vermitteln und verbreiten. Die Musik dient somit der Stabilisierung der meist ungefestigten ideologischen Einstellung sowohl von Jugendlichen, die der Szene bereits angehören; als auch derer, die sich zu ihr hingezogen fühlen. Sie ist damit Basis für den Zulauf der Skinheadszene und durch harte Rhythmen sowie aggressive, fremdenfeindliche und antisemitische Texte geprägt. Die Bands produzieren teilweise seit mehreren Jahren Tonträger und traten bei Konzerten im Freistaat Sachsen und in angrenzenden Bundesländern auf. Rechte Skinheadkonzerte erlangten bereits häufig öffentliches Interesse: Konzertbesucher trugen verfassungsfeindliche Zeichen, skandierten verbotene Parolen und traten aggressiv gewalttätig auf.
Bekannte Skinheadbands sind u.a.:
- “AEG”, “Blitzkrieg”, “Legion of Hate”, Neue Argumente” aus Chemnitz
- “14 Nothelfer”, “Blutstahl” aus Pirna
- “Bürgerwehr” aus Riesa
- “Frontschweine” aus Kamenz
- “Odessa”, “Gestapo”, “Schwurbrüder”, “Solution” aus Leipzig
- “Westsachsengesocks” aus Zwickau
- “Udgard” aus Wurzen
Rechtsextremismus
Der Terminus Rechtsextremismus wird als umfassender Sammelbegriff für alle Kräfte, politischen Parteien und Gruppierungen, Theorien und Aktionen am äußersten rechten Rand der Gesellschaft verwendet.
Ziel ist es, die freiheitlich-demokratische Grundordnung funktionsunfähig zu machen, um sie letztlich abzuschaffen und sie durch einen totalitäre Staatsform zu ersetzen. Gewalt wird dabei als Mittel zur Auseinandersetzung und zum Erreichen der Ziele häufig akzeptiert. Eigene nationale Interessen werden zu Lasten anderer Nationen überbewertet. Dem liegt die Vorstellung der Ungleichheit der Völker und die sozialdarwinistische Ideologie zugrunde. Der übersteigerte Nationalismus ist oft mit völkischem, nationalistischem und antisemitischen Gedankengut durchsetzt. Belange einer meist rassistisch verstandenen „Volksgemeinschaft” werden zum Nachteil der vom Grundgesetz garantierten Freiheitsrechte des Individuums überbewertet.
Die Interessengegensätze innerhalb der Gesellschaft sollen durch die uneingeschränkte Einbindung in die „Volksgemeinschaft” aufgehoben werden:
„Der Einzelne ist nichts, die Gemeinschaft ist alles” lautet der Leitspruch.
Rechtsextreme Grundpositionen:
-eine auf rassistischen Grundlagen aufbauende Vorstellungvon einer völkischen Gemeindschaft, die Vorrang
vor den Freiheitsrechten des Einzelnen hat
- aggresive Fremdenfeindlichkeit als Ausdruck von Rassismus und Antisemitismus
- mangelnte Distanz zum Dritten Reich in der gesamten Spannbreite von Verharmlosung bis Verherrlichung
des Nationalsozialsimus
- Difamierung demokratischer Instituionen und iher Repräsentanten
Rechtsradikalismus
Dieser Begriff leitet sich von „radix“ (dt.: Wurzel) ab. Probleme werden also tiefgründig und umfassend bearbeitet, um die Ursachen des Problems zu lösen. Da rechtsextreme Ideen jedoch die Probleme eben gerade nicht „an der Wurzel lösen“, wird dieser Begriff möglichst vermieden. Manchmal wird der Begriff Rechtsradikalismus auch für Strömung am rechten Rand der Gesellschaft benutzt, die sich aber noch im Rahmen des Grundgesetzes bewegen.
Skinheads
Die Jugendbewegung der Skinheads hatte ihren Ursprung in England (damals als proletarische, antibürgerliche Protestbewegung) und fand Ende der 70er Jahre ihren Weg nach Deutschland. Durch die zunehmende Politisierung der Szene entwickelten sich die Skinheads in verschiedene Richtungen innerhalb ihrer Bewegung.
Will man sie in „Schubladen stecken“, so gibt es zum einen „Oi!-Skins“, welche weitgehend unpolitisch ausgerichtet sind und noch am ehesten den „Spirit of 69“ der Urbewegung darstellen. Die zahlenmäßig größere Gruppe sind die rechtsextremistischen Skins. Sie haben weitgehend keine gefestigte Ideologie, ihre Weltanschauung drückt sich jedoch durch Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und der Verherrlichung des Nationalsozialismus aus. „Nazi-Skins“; „White-Power-Skins“, „Hammerskins“ oder „Boneheads“ sind nur einige Bezeichnungen für rechtsextremistische Skinheads, zu denen auch Mitglieder der seit 2000 verbotenen Organisation „Blood & Honour“ und den seit 2001 verbotenen “Skinhead Sächsische Schweiz“ zählen. Eine weitere Gruppe der Skinheads bilden SHARP-Skins (Skinheads Against Racial Prejudice; dt.: Skinheads gegen rassistische Vorurteile), deren Ziel es ist, rechten Tendenzen in ihrer Szene entgegenzuwirken und diese zu bekämpfen. Ebenfalls der linken, zum Teil linksextremistischen Szene zuzurechnen sind die sogenannten „RED-Skins“.
Skinheads Sächsische Schweiz (SSS)
Die SSS wurde im Frühjahr 1996 in der Sächsischen Schweiz gegründet und ist als rechtsextremistische Kameradschaft einzustufen. Die Gründungsmitglieder kamen teilweise aus der im November 1994 bundesweit verbotenen „Wiking-Jugend“; doch auch einzelne Mitglieder und Funktionäre der NPD waren am Aufbau der rechten Gruppierung beteiligt.
Die SSS gliederte sich in fünf lokale Riegen (wie z.B. Königstein; Oberes Elbtal; Südvorstadt etc.). Jüngere Kameraden und Sympathisanten wurden in die SSS/AO, eine Aufbauorganisation, aufgenommen, in welcher sie sich bewähren sollten. Die Struktur der Kameradschaft ähnelte der deutschlandweit verbotenen NSDAP/AO.
Im Jahr 2000 hatte die SSS nach Angaben des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz über 100 Mitglieder und sei somit die größte Kameradschaft Sachsens. Nach Einschätzungen des Landeskriminalamtes (LKA) handelt es sich bei den „Skinheads Sächsische Schweiz“ um eine militante und straff organisierte Neonazi-Gruppierung, deren politisches Ziel es ist, Menschen anderer Hautfarbe und Herkunft sowie vermeintlich Linke und Andersdenkende u.a. mit Mitteln der Gewalt zu bekämpfen.
So kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Übergriffen seitens der Neonazis, die sich gegen Veranstaltungen nicht-rechter Jugendlicher richteten.
Gute Kontakte und Verbindungen bestehen zu weiteren nationalen und internationalen rechten Organisationen und Parteien. So unterstützten die SSS die NPD im Wahlkampf zur Landtagswahl in Sachsen und mit Ordnerdiensten bei NPD-Veranstaltungen. In der Publikation der sächsischen NPD, der „Sachsen Stimme“ (Ausgaben Juli bis September 2000), wurde das Verhältnis der beiden Organisationen nach den polizeilichen Exekutivmaßnahmen vom 24. Juni 2000 folgendermaßen beschrieben:
„Den Anhängern der SSS ist nichts nachzuweisen, und die gesamte Gruppe hat sich noch stärker gefestigt. Auch das Verhältnis zu den Nationaldemokraten hat sich dadurch intensiviert.“
Am 24. Juni 2000 fanden Beamte bei Durchsuchungen in 51 Wohnungen Propagandamaterial und ein Waffenarsenal, darunter mehr als zwei Kilo Militärsprengstoff (TNT), Teile von Granaten, scharfe Zündvorrichtungen, Munition und Pistolen.
Am 5. April 2001 kam es zum Verbot der rechtsextremistischen Gruppierung durch den sächsischen Innenminister Klaus Hardraht. Von dem Verbot betroffen sind auch die „Skinheads Sächsische Schweiz - Aufbauorganisationen“ (SSS-AO) sowie die Kameradschaft „Nationaler Widerstand Pirna“. In der SSS, so Hardraht, wurden Straftaten geplant, abgesprochen und ausgeführt. Gegen rund 80 Mitglieder ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Z.O.G.
Die Bezeichnung für eine vermeintlich existierende geheime jüdische Weltverschwörung ("Zionist Occupation/Occupied Government"), die die Geschicke aller Länder in ihrem Sinne leitet und dabei die Absicht verfolgen, alle nichtjüdischen Kulturen zu vernichten.
Diese Sicht auf die Welt ist seit Jahrhunderten weit verbreitet und natürlich klar antisemitisch und deswegen so beliebt, da sie für Menschen eine sehr einfache Antwort auf viele Probleme darstellt und gleichzeitig ein klares Feindbild bietet.
Ein umfassendes Lexikon gibt es zudem auf der Informationsplattform Netz-gegen-Nazis.de unter:




























































































































