Das „DENKMALS DER GRAUEN BUSSE“ steht für ein Jahr in Pirna

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24. Juni 2010 bis 30. August 2011 / Pirna Würdiges Gedenken in der Innenstadt an die „Euthanasie“-Morde auf dem Sonnenstein

 

 

Nach 14 Monaten in denen das mobile „Denkmal der Grauen Busse“ an die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T 4” auf dem Pirnaer Sonnenstein 1940/41 erinnerte, das Stadtbild prägte sowie viele interessante und eindrückliche Begegnungen ermöglichte wurde der Denkmalbus am Dienstag unter großem Interesse in Richtung Köln verabschiedet.

Aufgestellt in der Innenstadt, auf der Grünfläche der Grohmannstraße in Pirna sollte der in Segmente aufgeschnittene, 75 Tonnen schwere und begehbare graue Bus der Erinnerungskultur einen würdigen Rahmen geben und das Gedenken hinein in die Stadt tragen – mit dem Anliegen die Aufmerksamkeit an die hautnahe Geschichte des Nationalsozialismus zu stärken wach zu halten. Die Verantwortlichen, Organisatoren und Künstler des Projektes zeigten sich sichtlich beeindruckt über die Wirkung die mit dem Denkmal erreicht werden konnte.

 

Der Trägerkreis, bestehend aus der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, dem Kuratorium Altstadt Pirna e.V., dem Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e.V., der Stadtverwaltung Pirna und der Aktion Zivilcourage e.V., organisierten rund um das Denkmal ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmen, Lesungen und einer Begleitausstellung, die u.a. in den Räumen der Pirnaer Filiale der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, dem Rathaus, der Stadtbibliothek, der Arbeitsagentur und dem Klinikum Pirna zu sehen war.

 

Bilder der Finissage, des Aufbaus, der Rahmenveranstaltungen und auch zahlreicher Besuche von Schulklassen und interessierten Bürger/innen finden Sie in unseren Bildergalerien.

 

Das war das Denkmal der Grauen Busse in Pirna

mit freundlicher Unterstützung von Pirna TV

 

Standortsuche mit den beiden Künstlern in Pirna im März 2010:

 

Aufstellung des Denkmal-Busses in Pirna am 24. Juni 2010:

 

Das Denkmal im Stadtbild - Pirna im Umgang mit der Erinnerung:

 

Finissage und Abbau am 30. August 2011:

 

 

Anliegen, Hintergrund und Idee des Denkmals der Grauen Busse

Ein in Segmente aufgeschnittener, begehbarer grauer Bus, in Originalgröße aus Beton gegossen, blockiert dauerhaft die ehemalige Pforte, aus dem die Todesbusse der "Euthanasie"-Aktion das Gelände der ehemaligen Heilanstalt Weißenau in Ravensburg verließen.

Ein zweiter Denkmalbus wechselt im Laufe der Jahre seinen Standort, um so die Erinnerung in die Regionen zu tragen in denen sich jeweils eine der sechs Tötungsanstalten der "Euthanasie-Aktion befand. Pirna-Sonnenstein gehörte war eine von ihnen. Hoheisel und Knitz wollen nicht nur den Opfern des NS-"Euthanasie" ein Denkmal setzen, sondern auch die Tat und die Täter reflektieren, indem die grauen Busse, die Werkzeuge der Täter, als »Transportmittel« der Erinnerung genutzt werden.

Neben fünf weiteren Vernichtungsanstalten wurden auf dem Pirnaer Sonnenstein mindestens 14.751 Männer, Frauen und Kinder aufgrund ihrer Behinderung oder psychischen Krankheit im Zuge der T4-Aktion systematisch getötet. Um die Erinnerung an die Geschichte wach zu halten, war es auch für Pirna eine große Bereicherung, diesen Denkmalbus aufzustellen.

Dieses „begehbare Geschichtsbuch“, wie es von einem der Künstler bezeichnet wird, macht vor allem für die Jugend Geschichte erlebbar machen. Im Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: "Wohin bringt ihr uns?", die überlieferte Frage eines Patienten. Diese bietet z.B. die Grundlage für Zeitzeugenbefragungen innerhalb Pirnas und der Region. Wie gingen die Menschen mit den Bussen um? Wo fuhren sie lang? Wusste die Bevölkerung den Hintergrund dieser Transporte? Da die Generation der zu Befragenden stetig schwindet, ist dies wohl eine der letzten Möglichkeiten, mit dem Wissen der Verbliebenen, eine Grundlage für die Schüler und Schülerinnen, in dem Prozess eines lebensbegleitenden Lernens zu schaffen.

Da sich der erste Transport auf den Sonnenstein im Jahr 2010 zum 70. Mal jährt, wurde das "Denkmal der Grauen Busse" am 24. Juni nach Pirna geholt. Für dieses Projekt wurde ein Trägerkreis gebildet in dem die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, das Kuratorium Altstadt e.V., das Kuratorium Gedenkstätte Sonnestein e.V., die Stadtverwaltung Pirna und die Aktion Zivilcourage e.V. gemeinsam an der Realisierung des Projektes arbeiteten.

 

Spender, Unterstützer und Mitwirkende

Anja Oehm
Anke Albrecht - Büro für Typografie und Gestaltung
Annelies Sachon
Annekatrin Klepsch - MdL - Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
AWO Kreisverband Sächsische Schweiz e.V.
Bernd Günzel - Notar
Dr. Gisela Donnerstag und Jürgen Donnerstag
Dr. Karl-Heinz Gerstenberg - MdL - Fraktion Bündnis 90/Grüne im Sächsischen Landtag
Dr. Renate Kranz
Dr. Eva-Maria Stange - MdL - SPD Fraktion im Sächsichen Landtag
Ernst und Monika Graubner
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Gottleubatal
Frank Ludwig - Stadtrat Pirna - CDU Fraktion
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.
Gisela Kallenbach - MdL - Fraktion Bündnis 90/Grüne im Sächsischen Landtag
Günter Tischendorf
Hanka Kliese - MdL - SPD Fraktion im Sächsischen Landtag
Ingrid Zschille
Hans-Jürgen Adler und Frau Margret Adler
Heidrun Rosenbaum
Jochen Bohl - Landesbischof - Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen
Katholische Kirchgemeinde Pirna
Klaus-Peter Müller
Monika Lazar - MdB - Fraktion Bündnis 90/Grüne im Bundestag
Norbert Bläsner - MdL - FDP Fraktion im Sächsischen Landtag
Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH
Peter Lippert - Malermeister
Oliver Wehner - MdL - CDU Fraktion im Sächsichen Landtag
Sabine Friedel - MdL - SPD Fraktion im Sächsichen Landtag
Sabine Stange
Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna mbh
Stadtwerke Pirna GmbH
Siegfried Schneider
Tom Eckert
Thomas Heppner - Direktor - Anne-Frank-Zentrum Berlin
Werner Hering
Willy Höltje
Wohnungsgesellschaft Pirna mbH
VVN-BdA e.V. - Kreisverband Pirna

 

Bei den zahlreichen Spender/innen bedankt sich der Trägerkreis sehr herzlich für die Unterstützung.

Das Projekt "Denkmal der Grauen Busse" 2010/11 in Pirna wurde gefördert im Rahmen des "Lokalen Aktionsplan Sächsische Schweiz" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, durch die Regionalstiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sowie durch "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.". Unterstützt wurde das Projekt durch die Stadt Pirna, die Wohnungsgesellschaft Pirna mbH (WGP), die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH (OVPS), die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna mbh (SEP), die Stadtwerke Pirna GmbH (SWP) sowie durch zahlreiche private Spenderinnen und Spender.

 

seb4  Ansprechpartner:

 

  Sebastian Reißig

  Geschäftsführer

  E-Mail: s.reissig@aktion-zivilcourage.de

  Telefon: 03501 4614164

 

  

Quelle: Aktion Zivilcourage e. V.

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