Wenn ich an gute und gelungene Projektarbeit gegen Rechtsextremismus denke, fällt mir immer sofort die Aktion Zivilcourage ein!
Timo Reinfrank (Stiftungskoordinatior der Amadeu Antonio Stiftung) aus Berlin
Junge Israelis und Palästinenser zu Gast in der Sächsischen Schweiz
07.06.2010
/ Pirna / Jerusalem
Fachkräfteaustausch der Jugendarbeit
Im Zeitraum vom 28. Mai bis zum 6. Juni 2010 besuchten zehn junge Menschen aus Israel und Palästina die Stadt Pirna und die Sächsische Schweiz. Auf der Tagesordnung des zehntägigen Fachkräfteaustausches standen zahlreiche Termine. Zu Beginn erkundete die Delegation, nach einer ausführlichen Stadtführung durch Pirna, zusammen den Marktplatz, um den Markt der Kulturen mit seinen vielen kulturellen Angeboten kennenzulernen. Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke begrüßte die jungen Menschen herzlich und sprach seinen Wunsch nach einer dauerhaften Verbindung von Pirna mit Jerusalem aus.
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war der gemeinsame Besuch der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und sich daran anschließende Gespräche über den unterschiedlichen Umgang mit Gedenkkultur in Israel und in Deutschland. Julius Scharnetzky, einer der Organisatoren des Austausches sagt: „Die Art des Erinnerns in Deutschland ist etwas anders als in ihrem Heimatland Israel. Es fällt schwer zu sehen, dass das Leben an den Orten des Verbrechens weitergeht“.
Die jungen Leute befragten Peter Darmstadt, Beigeordneter des Landrates, über die Situation und die Förderung der Jugendarbeit in der Region Sächsische Schweiz. Anschließend lernten die Gäste das soziale Jugendprojekt UZ kennen, deren Mitarbeiter in Pirna zum Beispiel mit straffällig gewordenen Jugendlichen arbeiten.
Weiterhin kamen die Teilnehmer mit Schülern im Herder-Gymnasium Pirna und im Pestalozzi-Gymnasium Heidenau ins Gespräch über den Alltag in Israel, über Schulsysteme und über das Gedenken an den Holocaust.
Außerdem besuchten die Gäste in Dresden den Landtag und die Synagoge und machten einen Rundgang durch das historische Dresden und die Dresdner Neustadt.
Während der Vereinswerkstatt der Aktion Zivilcourage e.V. stellten sich die Teilnehmer des Austausches gegenseitig ihre Jugendarbeit und -projekte vor, was für beide Seiten sehr interessant und zum Teil zu erstaunlichen Erkenntnissen führte. So ist in Israel beispielsweise die Jugendarbeit viel näher an Parteien angebunden, als dies in Deutschland der Fall ist.
Zum Abschluss des Austausches reisten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam nach Berlin und besichtigten das Brandenburger Tor, den Reichstag, den Berliner Dom und den Alexanderplatz mit dem Fernsehturm.
Die Gäste beteiligen sich, zusammen mit zehn deutschen Teilnehmern, an einem zweiteiligen Fachkräfteaustausch der Jugendarbeit. Dieses Projekt beruht auf einer Initiative von Markus Ulbig, dem damaligen Oberbürgermeister Pirnas und heute Sachsens Innenminister, und der Aktion Zivilcourage e.V. Der Austausch wird gemeinsam organisiert mit der Stadtverwaltung Jerusalem und der Jerusalem Foundation. Das Ziel des Austausches ist es, zukünftige Begegnungsmöglichkeiten für deutsche und israelische Jugendliche vorzubereiten. Finanziert wird der deutsch-israelische Austausch von Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und von der Stadt Pirna.
Im Juli 2010 werden die zehn Teilnehmer aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nach Jerusalem reisen und sich vor Ort über die Jugendarbeit in Israel informieren.
Fotos zum Fachkräfteaustausch finden Sie in unseren Bildergalerien.
Quelle: Aktion Zivilcourage e.V.



























































































































