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Aus der Sächsischen Schweiz ins Heilige Land und zurück – der israelisch-deutsche Fachkräfteaustausch

Bild_355 P1130694 P1130929 P1130107 P1130873 P1130963 Austauschprojekt / Pirna / Israel Ein Bericht von Julius Scharnetzky:

Tel Aviv im Juli, 35 Grad Celsius, die Sonne versinkt langsam über dem Mittelmeer. Auf der Dachterrasse des Hayakon 48 Guesthouses macht sich unter der israelisch-deutschen Delegation so langsam Aufbruchsstimmung breit – doch bevor der letzte Abend eingeläutet wird, wird reflektiert. Reflektiert über zwei Jahre Arbeit und ein Projekt, das es so in der Aktion Zivilcourage e.V. bisher nicht gegeben hatte – ein israelisch-deutscher Fachkräfteaustausch.

 

Die Idee dazu war vor zwei Jahren in der Aktion Zivilcourage entstanden, damals hatte jedoch niemand einen Austausch von haupt- und ehrenamtlichen Fachkräften im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit vor Augen, sondern eine Jugendbegegnung zwischen Deutschland und dem Israel. Ein Unterfangen, welches sich als verhältnismäßig schwierig darstellen sollte, mangelte es doch an Erfahrung und vor allem an einem Projektpartner, ohne den das ganze Vorhaben nicht zu realisiert gewesen wäre. Doch im Sommer 2009 ließ sich auch dieses Problem lösen. Auf Bestrebungen von Gabriele Appel, National Director Germany der Jerusalem Foundation, und Markus Ulbig, Sächsischer Staatsminister des Inneren, konnte der Kontakt mit der Abteilung für Jugend und Soziales der Stadtverwaltung von Jerusalem aufgebaut werden. Ein Tatumstand, der sich für den Verein als großes Glück darstellte, da man einen Partner gefunden hatte, der zum einen bereit war, Kontakte nach Ostdeutschland aufzubauen, zum anderen aber auch über jahrelange Erfahrungen im internationalen Jugendaustausch zwischen unseren beiden Ländern verfügte. So war es auch Francoise Cafri von der Jerusalemer Stadtverwaltung, die den Vorschlag einbrachte, mit einem deutsch-israelischen Fachkräfteaustausch zu beginnen, bevor wir uns gemeinsam an das Unterfangen eines Jugendaustausches wagen.

 

Nach monatelangen Planungen und Vorbereitungen war es am 28. Mai 2010 soweit und die Aktion Zivilcourage hatte die Ehre, den ersten Teil des Projektes eröffnen zu dürfen. Zu den zehn israelischen Teilnehmern, die von den verschiedenen Jugendorganisation ihres Landes, darunter den Pfadfindern und Hanoar Haoved Vahalomed, entsendet und von einem Vertreter des Kooperationspartners begleitet wurden, gesellten sich zehn Deutsche, die wie ihre israelischen Kollegen ebenfalls aus der Kinder- und Jugendarbeit stammten. Die nächsten zehn Tage waren davon geprägt, den Gästen unsere Region zu zeigen und sie mit unserer Kultur und unserer Arbeit vertraut zu machen. Jedoch stellte sich dies nicht immer einfach dar – während für die Israelis unsere Gedenkkultur äußerst befremdlich wirkte, war es für die deutsche Delegation vor allem die Emotionalität der Gäste, die diese an den Tag legten, wenn Dinge sie wirklich bewegten und das Bedürfnis, diese in allen Details diskutieren zu wollen. Es waren aber vielleicht gerade diese Unterschiede, die dazu führten, dass sich beide Delegation besser kennen- und verstehen lernten und zu einer keimenden Freundschaft führten, so dass der Abschied am 6. Juni 2010 nicht gerade einfach war.

 

Zur Überbrückung der Zeit bis zum Gegenbesuch der Deutschen im Juli 2010 in Israel wurde die gesamte Breite der modernen Kommunikationsmittel aufgewartet, um in Kontakt zu bleiben, Neuigkeiten auszutauschen oder auch mal über ernstere Dinge zu debattieren. Die Zeit kam vielen wie eine halbe Ewigkeit vor und umso froher war man, als der Flieger am Morgen des 16. Juli 2010 von Berlin-Schönefeld in Richtung Tel Aviv startete. Dem herzlichen Empfang am Flughafen Ben Gurion folgten zehn ereignisreiche Tage, in denen die Gruppe einen großen Teil des Landes bereiste und in die verschiedensten Aspekte der Kultur des Landes eintauchen konnte. Neben verschiedenen Sehenswürdigkeiten, die zweifelsfrei beeindruckend waren, war es jedoch vor allem die Möglichkeit, das Land über das touristische Programm hinaus zu erleben und mit den Leuten zu sprechen, die hier leben. Eindrucksvoll erschienen auch immer wieder die besuchten Jugendprojekte, mit denen viele ehrenamtlich Tätige versuchen, sowohl jüdische als auch arabische Jugendliche am Aufbau eines besseren und gerechteren Israels zu beteiligen – ganz im Sinne Theodor Herzl´s, dem Begründers des Zionismus. Anders als in Deutschland haben die Jugendorganisationen einen großen Zulauf und einige von ihnen verfügen über etwa 80.000 Mitglieder. Eine Tatsache, die in Deutschland aufgrund unserer Geschichte kaum vorstellbar ist, uns aber als Anregung dienen sollte, wie mehr Jugendliche auf ihre aktive Rolle beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft in Deutschland vorbereitet werden können.

 

Auf der Dachterrasse des Hayakon 48 Guesthouses in Tel Aviv wurde nicht nur beschlossen, in Kontakt zu bleiben und sich gegenseitig zu besuchen – bisher wurde zwischen einigen Teilnehmern bereits diskutiert, wie dies verwirklicht werden könnte –, sondern auch, dass mit dem Fachkräfteaustausch die Tradition eines israelisch-deutschen Jugendaustausches zwischen der Stadtverwaltung von Jerusalem und der Aktion Zivilcourage e.V. begründet werden soll.

 

Für alle beteiligten Partner und Teilnehmer war das Projekt ein Erfolg, der nicht nur dazu führte, den anderen besser zu verstehen, sondern ebenso dazu, die eigenen Positionen und Arbeit zu hinterfragen. Ein Lernprozess der durch das Projekt allerdings nur angestoßen werden konnte – was daraus wird liegt an jedem einzelnen. Aber um es mit den Worten Herzl´s auszudrücken, „wenn ihr wollt, dann ist es kein Traum.“

 

An dieser Stelle soll allen Teilnehmern gedankt werden, die das Projekt zu einem Erfolg werden ließen. Dank gebührt auch Gabriele Appel und Markus Ulbig für die freundliche Vermittlung des Kontaktes zur Stadtverwaltung von Jerusalem. Sämtlichen Organisationen, Institutionen, Vereinen und Einzelpersonen in Deutschland und Israel, die uns empfangen haben, um uns ihre Arbeit zu präsentieren, sei gedankt, ohne ihre Mitwirkung wäre das Projekt bei weitem nicht so fruchtbar gewesen. Für die großzügige Finanzierung des Austausches bedankt sich der Verein beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Stadt Pirna sowie der Stadt Jerusalem. Ein besonders Dankeschön gilt Francoise Cafri für ihr Verständnis, ihr Engagement sowie ihre guten Ideen und allen Organisatoren auf israelischer und deutscher Seite.

 

L´chaim – auf die Zukunft!

Ein Bericht von Julius Scharnetzky, B.A., Historiker und seit 2008 ehrenamtliches Mitglied der Aktion Zivilcourage e.V. sowie Leiter des israelisch-deutschen Fachkräfteaustausches

 

Alle weiteren Informationen zum israelisch-deutschen Fachkräfteaustausch finden Sie unter www.aktion-zivilcourage.de/Reise_nach_Jerusalem.

 

Bilder des Austauschprojektes finden Sie in unserer Bildergalerie, sowie tagesaktuelle Berichte der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Reisetagebuch).

 

Bitte unterstützen Sie unsere zukünftigen Projekte in der deutsche-israelisch-palästinensischen Jugendarbeit.

 

Spendenkonto:

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Kontonummer: 320 003 5608

BLZ: 850 503 00

Empfänger: Aktion Zivilcourage e.V.

Zweck: „Projekt Jugendaustausch Israel/Palästina”

Oder Sie nutzen unser Online-Spendenformular.


Ansprechpartner:

Aktion Zivilcourage e.V.

Franziska Kuhne

Lange Straße 43

01796 Pirna

f.kuhne@aktion-zivilcourage.de

Tel: 03501/460880

Fax: 03501/460881

Link

Quelle: Aktion Zivilcourage e.V.

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