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Parole: "Ausländer sind krimineller als Deutsche"

Als "Beleg" für dieses Vorurteil wird in der Regel die polizeiliche Kriminalstatistik herangezogen. Sie weist zum Beispiel für das Jahr 1996 aus, dass 28% der registrierten Tatverdächtigen "Nichtdeutsche" waren. Dem wird der Ausländeranteil an der Bevölkerung gegenüber gestellt, der bei etwa 9% liegt. Demnach müssten Ausländer dreimal so kriminell sein wie Deutsche. Falsch!

Schaut man sich diese Statistik näher an, stellt man fest, dass ein solcher Vergleich nicht zulässig ist. Denn gegen 1/3 der nichtdeutschen Tatverdächtigen wird wegen Verstoßes gegen das "Ausländer- oder das Asylverfahrensgesetz" ermittelt. Danach ist es für einen Asylbewerber eine Straftat, sein zugewiesenes Aufenthaltsgebiet zu verlassen, in der Regel einen bestimmten Landkreis. Deutsche können diese (harmlosen) Delikte gar nicht begehen. Knapp ein Drittel der "nichtdeutschen" Tatverdächtigen werden von der Bevölkerungsstatistik nicht erfasst (ausländische TouristInnen, Menschen ohne "legalen" Aufenthalt) und können daher auch nicht mit der hier lebenden Bevölkerung verglichen werden.

Im Vergleich zur deutschen Bevölkerung sind Männer und jüngere Personen in der ausländischen Bevölkerung überrepräsentiert. Diese Gruppen sind auch unter Deutschen besonders kriminalitätsanfällig. Unter Betrachtung aller dieser Faktoren, erkennt man, dass AusländerInnen keineswegs krimineller als Deutsche sind.