Ganz viele Farben miteinander, aber nicht nebeneinander. Nur nicht braun!
Dr. Martin Schäuble (Publizist und Nahost-Forscher) aus Berlin
Parole: "Ausländer Raus" - "Deutschland den Deutschen" - "Das Boot ist voll"
Der Begriff "Ausländer" wird im allgemeinen Sprachgebrauch viel zu oft unangebracht verwendet. Nach deutschem Recht ist derjenige Staatsfremder oder Ausländer, der nicht Deutscher im Sinne von Artikel Art. 116 I des Grundgesetzes ist.
Unterschieden werden muss zu dem zwischen Menschen mit Migrationshintergrund, Flüchtlingen, Asylbewerbern, Asylberechtigten, Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlingen, Konventions- sowie Kontingentsflüchtlingen – die nach dem Aufenthaltsgesetz (gültig seit dem 01.01.05) alle jeweils unterschiedliche gesetzliche Regelungen / Grundlagen haben was Aufenthalt, Erwerbstätigkeit und Integration betrifft.
Aktuell leben in Deutschland 7.146.600 Ausländer_innen, was einen Anteil von 8,7% der Gesamtbevölkerung ausmacht (Zahlen vom 31.08.2009). In den neuen Bundesländern haben hingegen durchgängig weniger als 2,8 % der Bevölkerung eine ausländische Staatsangehörigkeit [1]. Für Sachsen heißt das: von 100 Personen sind noch nicht einmal drei Personen Ausländer_innen. Von Überfremdung kann hierbei nicht im Geringsten die Rede sein – diese Annahme ist schlichtweg FALSCH.
Deutschland ist zu dem kein Land, in dem verhältnismäßig viele Ausländer_innen leben. Der Anteil ist bei vielen unserer Nachbarn erheblich höher. In Luxemburg sind 26 Prozent der Wohnbevölkerung Ausländer, in der Schweiz sind es 17 Prozent, in Belgien zehn Prozent, in Frankreich acht Prozent.
Auf der anderen Seite ist Zuwanderung für Deutschland dringend notwendig. Derzeit ist in Deutschland bereits jeder fünfte Bürger über 60 Jahre alt - schon in drei Jahrzehnten wird das Land die zweitälteste Bevölkerung aller Staaten der Welt aufweisen. Ohne jeden Zuzug gäbe es in der Mitte des 21. Jahrhunderts nur noch 59 Millionen Einwohner in Deutschland, die Zahl der Erwerbstätigen würde fast um die Hälfte abfallen - damit wäre die Erfüllung des Generationenvertrags zwischen Jung und Alt nicht mehr gewährleistet.
Darüberhinaus darf nicht vergessen werden: Ausländer_innen zahlen in soziale Sicherungssysteme ein, haben einen hohen Anteil an unserer Wirtschaftskraft, schaffen Arbeitsplätze durch ausländische Investitionen / Firmen, verringern deutlich den Mangel an Fachkräften / Experten und leisteten einen wesentliche Beitrag zum Wirtschaftswunder in den 60er Jahren.
In Zeiten der Globalisierung und des fortschreitenden Zusammenwachsens in Europa ist es nicht mehr nur unmodern, sondern auch sehr unklug, sich mit solchen Parolen selbst auszugrenzen.
[1] Quelle: Bericht „Ausländerzahlen 2009“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge
Weiterführende Links:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: www.bamf.de
Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/publikationen/FBM9BC,0,%DCberfremdung.html
migration-info.de: www.migration-info.de



























































































































