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Wissenschaftliche Untersuchung zur Arbeit für Demokratie vorgestellt

IMG_9157a IMG_9141 IMG_9145 IMG_9159 IMG_9208 05.06.2009 / Pirna Netzwerk von Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren zur Rechtsextremismuszurückdrängung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Arbeit von Aktion Zivilcourage umfassend evaluiert

Im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei wurde die Arbeit der Aktion Zivilcourage und der Steuerungsgruppe gegen Extremismus sowie deren Arbeitsebene im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge evaluiert. Der Leiter der Untersuchung, Dr. Rainer Strobl, betonte am vergangenen Mittwoch bei der Vorstellung der Ergebnisse, dass die Projekte eine bundesweit vorbildliche und effiziente Arbeit leisten. Es sei in den vergangenen Jahren ein sehr breites Netzwerk von behördlichen und nicht-staatlichen Partnern entstanden, welches engagiert für Demokratie und gegen Rechtsextremismus arbeitet.

Dr. Strobl empfiehlt in seinem Gutachten die Sicherung einer langfristigen Weiterführung der erfolgreichen Netzwerkarbeit sowie verstärkte Aktivitäten im ländlichen Raum des Landkreises und die Einbeziehung weiterer Bevölkerungsschichten.

Die Evaluationsergebnisse und Empfehlungen zur Arbeit wurden von Dr. Strobl persönlich den Netzwerkbeteiligten am 3. Juni im Rathaus Pirna und dem Kreisjugendhilfeausschuss am Folgetag vorgestellt.

Pirnas Oberbürgermeister Markus Ulbig bedankte sich herzlich bei der Sächsischen Staatskanzlei, Dr. Strobl und vor allem den beteiligten Netzwerkpartnern, nun auch wissenschaftlich fundiert nachgewiesen zu sehen, dass der 2005 begonnene Schulterschluss von Behörden und Zivilgesellschaft erfolgreich ist.

Agnes Muche, Vereinsvorsitzende von Aktion Zivilcourage, bedankte sich für die große Chance einer kritischen Bewertung von außen, welche der Vereins- und Netzwerkarbeit zu stärkerer Professionalisierung und weiter zielführendem Engagement verhelfen wird.

  

Evaluationshintergrund:

 Die Evaluation erfolgte im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei durch renommierte Wissenschaftler: einem Team von „proVal“ – Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Analyse, Beratung und Evaluation Hannover in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld – Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, unter Leitung von Dr. Rainer Strobl.

Die Untersuchung wurde im gesamten Jahr 2008 durchgeführt. Dafür wurden mehrere Workshops,  Telefoninterviews mit allen Beteiligten und eine Reihe qualitativer Interviews durchgeführt sowie alle Projektunterlagen und -dokumente durch das Wissenschaftlerteam ausgewertet.

 Die Netzwerkanalyse umfasste drei Schritte:

1. In einem Workshop wurden mit den Vernetzungsakteuren die strategische Ausrichtung des Netzwerkes und ein Ideal-Netzwerk zur Erreichung des Vernetzungsziels in der Region erarbeitet.

2. Das so konstruierte Ideal-Netzwerk war Bewertungsmaßstab für das vor Ort zum Zeitpunkt tatsächlich existierende Netzwerk. Dieses Kernnetzwerk wurde im nächsten Schritt über die Befragung aller eingebundenen lokalen Akteure erhoben.

3. Die Analyse des Kernnetzwerkes zum Zeitpunkt und der Vergleich dieses Netzwerkes mit dem im Workshop erarbeiteten Idealnetzwerk bildeten die Grundlage für den weiteren

Auf- und Ausbau oder die Veränderung der Vernetzungsstrukturen. Die Ergebnisse und die Weiterentwicklung des Netzwerkes wurden in einem zweiten Workshop mit den Vernetzungsakteuren diskutiert.

Quelle: Aktion Zivilcourage e.V., 05.06.2009

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