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Vortrag und Präsentation der Bild-Biografie "Wollen wir leben, das Leben!" ...

Elfriede_Lohse-Wchtler_mit_Freunden_in_Wehlen 02.12.2010 / Diakonie und Kirchgemeindezentrum - Schillerstr. 22 - Pirna (Copitz) ...über die Dresdner Künstlerin Elfriede Lohse-Wächtler

Elfriede Lohse-Wächtler war eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen ihrer Zeit und sie ist eines der 14.751 Opfer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein.
Dr. Boris Böhm, der Leiter der Gedenkstätte Pirna hat ihr eine Bildbiografie gewidmet. Er hat ihr Leben ins Bild gesetzt, durch ihre Werke, durch Fotografien von ihr und ihrem Leben sowie durch zeitgenössische Darstellungen.

Diese Publikation wird Dr. Böhm am 02. Dezember 2010 um 19.00 Uhr im Kirch-gemeindehaus Pirna-Copitz in der Schillerstraße 22 vorstellen. Illustriert durch zahlreiche Fotografien und Bilder berichtet er vom bewegenden und bewegten Leben der Künstlerin Elfriede Lohse-Wächtler.

Die Veranstaltung wird organisiert durch die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und den Aktion Zivilcourage e.V., in Kooperation mit der Ev. -Luth. Kirchgemeinde Pirna.

 

Datum: Donnerstag, 02. Dezember 2010, 19 Uhr

Ort: Diakonie und Kirchgemeindezentrum – Schillerstr. 22 – Pirna (Copitz)

 

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird erbeten.

 

Elfriede Lohse-Wächtler  04.12.1899 – 31.07.1940

Am 4. Dezember 1899 wurde Anna Frieda Wächtler in Dresden geboren, wo sie in bürgerlichem Milieu aufwuchs.
Nach der Schulzeit studierte sie von 1915 bis 1918 an der Dresdner Kunstgewerbe-schule. Bereits mit 16 Jahren verließ sie ihr Elternhaus und wirkte seitdem in Dresden als Kunstgewerblerin und Malerin.
Über ihre Freunde Conrad Felixmüller, Otto Dix und Otto Griebel fand sie Kontakt zur Dresdner „Sezessions-Gruppe 1919“.

Im Juni 1921 heiratete sie den Sänger und Maler Kurt Lohse, mit dem sie anschließend ein Jahr bei Wehlen lebte. Ab 1925 weilte sie in Hamburg, wo sie ihren Lebensunterhalt mit kunstgewerblichen Arbeiten bestreiten musste. Anfang 1929, erlitt sie in Folge von zunehmenden Ehekonflikten einen Nervenzusammenbruch. Nach ihrer Genesung trennte sie sich von ihrem Mann und durchlebte eine Phase kreativen Schaffens. Sie konnte künstlerische Erfolge auf mehreren Ausstellungen erzielen. Dennoch gestalteten sich ihre Lebensumstände zunehmend schwieriger, so dass sie 1931 zu ihren Eltern nach Dresden zurückkehrte. Nach erneuter Verschlechterung ihres seelischen Befindens, wurde sie im Juni 1932 in die Landesanstalt Arnsdorf überwiesen. Hier hatte sie zunächst noch Möglichkeiten zu künstlerischer Tätigkeit.

1935 wurde durch Scheidung, Entmündigung und Zwangssterilisierung ihre Schaffenskraft endgültig gebrochen. Nach achtjährigem Aufenthalt in Arnsdorf wurde sie am 31. Juli 1940 in der „Euthanasie“-Anstalt Pirna-Sonnenstein ermordet.

 

Kurzbiografie Dr. Boris Böhm

- geboren 1960

- 1979 Abitur an der „Kreuzschule“ Dresden

- 1982-87 Studium der Geschichte an der Karl-Marx-Universität Leipzig, Diplomhistoriker

- 1992 Dr. phil., Pädagogische Hochschule Dresden

- 1994-95 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hannah-Arendt-Instituts Dresden

- 1995-98 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e.V.

- seit 1999 Leiter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

 

Darüberhinaus zahlreiche Veröffentlichungen zur sächsischen und sächsisch-böhmischen Geschichte, zur Geschichte der sächsischen Psychiatrie und zu psychisch kranken Künstlern sowie Mitherausgeber und Autor von Publikationen über die NS-„Euthanasie“-Verbrechen.

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