Zivilcourage, Toleranz und Weltoffenheit - Wichtig und fördern!
David Kliemann aus Dresden
Rückblick der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz vom 02.03.08-06.03.08
Vom 02.03-06.03.08 veranstaltete die Aktion Zivilcourage gemeinsam mit der Friedrich Ebert Stiftung eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz. Zusammen mit SchülerInnen, Polizisten und Interessierten verbrachten wir fünf Tage in Polen und besichtigten neben der Gedenkstätte Auschwitz auch das jüdische Viertel in Krakau.
Hier ein Bericht einer Teilnehmerin über die fünf Tage in Polen.
Sonntag 02.03.08
Um Punkt Acht startete unsere diesjährige Gedenkfahrt vom Elbufer Pirna. An unsere ersten Station Sebnitz stießen vier Schüler zu uns; etwas später sollte unsere 21- köpfige Gruppe durch 2 weitere Erwachsene komplettiert werden. Die interessante Konstellation Polizisten & Schülern versprach eine intensive Woche mit vielen aufschlussreichen Gesprächen. Nach einer achtstündigen Fahrt, auf der uns die stürmischen und regnerischen Wetterverhältnisse sozusagen auf die Thematik der Reise einstellten, erreichten wir das „Zentrum Dialogu“, unsere Herberge für die nächsten 4 Nächte. Nach einer kurzen Besichtigung der Zimmer und einer ansprechenden Mahlzeit, wurden in einer kurzen Kennenlernrunde erste Kontakte geschlossen. Nicht allzu spät fielen letztendlich alle mehr oder weniger erschöpft in ihr Bett.
Montag 03.03.08
Nach einem ausgiebigen Frühstück, starteten wir am Montag Morgen in Richtung Gedenkstätte Auschwitz I. Während einer dreistündigen Führung lernten wir die Geschichte des Stammlagers kennen. Die Konfrontation mit dem schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte durch Bilder, Texte aber auch eigene Gedanken war eine wichtige und interessante Erfahrung aber auch anstrengend. Nach dem Mittagessen blieb uns daher etwas Zeit die erfahrenen Eindrücke und Reize zu verarbeiten. Anschließend wurde dem Erfahrenen mit dem Zeitzeugen Herrn Smolen ein Gesicht gegeben. Mit seinem beeindruckenden Lebensbericht vermittelte er uns zum einen die lebendige Seite des Lebens im KZ zum andern aber auch noch einmal die unmenschlichen Lebensbedingungen und die Grausamkeit die in dem Lager vorherrschte.
Am Abend fanden wir uns erneut zu einer Runde zusammen, in der wir uns über unsere Eindrücke und Gefühle austauschten.
Dienstag 04.03.08
Am Dienstag setzten wir unsere Gedenkfahrt mit einer Führung durch das Lager Birkenau fort. Wir besichtigten den „Wohn“-bereich der Häftlinge und die Ruinen der Krematorien. Vor allem auch durch die Größe des Lagers wurde einem in Birkenau das ganze Ausmaß der Verbrechen des Holocaust bewusst. Ich denke, dass wir alle mehr oder weniger bewegt von den schmerzlichen Eindrücken diesen Ort verlassen haben.
Am Nachmittag machten wir uns auf, die Stadt Oswiecim zu erkunden. Eine Freiwillige des Centrum Dialogu führte uns zu den interessantesten Punkten der Stadt und seiner jüdischen Geschichte; unter anderem besuchten wir die kleine Synagoge.
Die abendliche Runde brachte wiederum eine Reflexion der in Birkenau erfahrenen Eindrücke und interessante Gespräche mit sich.
Mittwoch 05.03.08
Den Mittwoch verbrachten wir in Krakau. Dort besichtigten wir während einer ausführlichen Führung das jüdische Viertel Kazimierz. Es war sehr interessant die jüdische Kultur und Religion in einem der ehemals bedeutensten jüdischen Zentren Europas kennen zulernen.
Aufgrund des kalten Wetters entschieden wir uns gegen eine gemeinsamen Besuch der Burg Wawel, sondern wärmten uns stattdessen in der Marienkirche mit ihrem weltberühmten Veit Stoß –Hochaltar auf. Anschließend war einige Zeit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden odereinen Kaffee zu trinken.
Am Abend ließen wir uns dann gemeinsam von den kulinarischen Außergewöhnlichkeiten eines jüdischen Restaurants verwöhnen.
Zurück in der Unterkunft genoss jeder den letzten gemeinsamen Abend – zum Beispiel im gemeinsamen Gespräch oder beim Schach spielen.
Donnerstag 06.03.08
Nach einer gemeinsamen Auswertungsrunde brachen wir am Donnerstag gegen 10 Uhr von Oswiecim aus auf Richtung Pirna. Nach einer rund 7stündigen Fahrt, auf der jeder noch einmal Gelegenheit hatte, das Erlebte zu reflektieren, erreichten wir Pirna.
Die Gedenkfahrt nach Auschwitz hat einem die Möglichkeit geboten, wichtige Erfahrungen mit der Verarbeitung der eigenen Geschichte und im Umgang mit Rechtsextremismus heute zu sammeln.




























































































































