Natürlich bin ich für eine bunte Sächsische Schweiz, d.h. für tolerantes Denken und Handeln. Ich finde es gut, dass sich so viele junge Leute in der Aktion Zivilcourage engagieren.
Verena Schröder aus Graupa
Rückblick auf das Jahr 2008
19.12.2008
/ Pirna
Das Jahr 2008, genau zehn Jahre nach Gründung unseres Vereins, geht nun zu Ende. Viele Eindrücke, Erfahrungen und gemeinsam umgesetzte Projekte hielt auch dieses bereit. Zeit für uns, einen kurzen Rückblick mit den wesentlichsten Ereignissen zu geben. Dank großer Unterstützung von vielen Seiten konnten Projekte und Veranstaltung im kleinen wie im großen Rahmen kreativ und konstruktiv umgesetzt werden. Wir konnten unser Netzwerk engagierter Kräfte bis in den "alten" Weißerritzkreis erweitern und neue und attraktive Projekte verwirklichen.
Am 9. November startete in Freital die sechswöchige Multimedia-Wanderausstellung "Anne Frank". Die Ausstellung im historischen Gebäude "Goldener Löwe" stand unter der Schirmherrschaft des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, des Landrats Michael Geisler und des Freitaler Oberbürgermeisters Klaus Mättig. Zahlreiche Veranstaltungen sorgten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Als besonders pädagogisch wertvolle Arbeit erwies sich die Führung der SchülerInnen durch Gleichaltrige. Dazu wurde neben einem vorbereitenden Lehrerseminar auch eine Schulung der Jugendlichen angeboten und mit großem Interesse angenommen.
Eines der wichtigsten Beispiele für gelungene Kooperation und Bündelung der Möglichkeiten und Kräfte ist der Markt der Kulturen am 24. Mai 2008. Etwa 50 ehrenamtliche HelferInnen sorgten für ein unvergessliches Fest, das über 10.000 BesucherInnen - weit über Pirnas Stadtgrenzen hinaus - besuchten. 60 Stände mit vielfältigen Angeboten und interessanten Informationen sowie zahlreiche KünstlerInnen trugen weiterhin dazu bei. Auch im nächsten Jahr, am 16. Mai, wird der Markt der Kulturen erneut für buntes Treiben in der Stadt Pirna sorgen.
Als weiterer Höhepunkt des Jahres 2008 fand zum wiederholten Male im Juli/August das internationale Jugendzeltlager in Turia/Rumänien mit rumänischen, ungarischen und deutschen Jugendlichen statt. Menschen aus völlig unterschiedlichen europäischen Kulturen und sozialen Gruppen, mit sehr verschiedenen Lebensperspektiven, begegneten sich und gestalteten eine internationale Dorfgemeinschaft. Das Camp wurde
organisiert in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Jugendstiftung, der Naturfreundejugend Sachsen, der Kreisjugendfeuerwehr Sächsische Schweiz und der Aktion Zivilcourage.
Mit knapp 35 Jugendfeuerwehrwarten der Sächsischen Schweiz fuhren wir gemeinsam im September für drei Tage nach Berlin. Unsere Ziele waren Gedenkstätten und Begegnungen zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Viele interessante Gespräche und Erlebnisse machten uns bewußt, dass die TeilnehmerInnen sich intensiv mit dem Gesehenen und Gehörten auseinander setzten und wir hoffen, dass sie dies auch in ihre tägliche
Arbeit mit Jugendlichen weiter tragen.
Neben den kontinuierlichen Cannabeatveranstaltungen sorgten im April SchülerInnen selbst für ihren Partyabend, den "Penneball" im Jugendhaus Hanno. Schwer hatte es die Jury bei der Wahl zur besten Newcomerband 2008. Sechs Nachwuchsbands wurden aus über 30 Bewerbungen ausgewählt, um ihr musikalisches Können vor Publikum unter Beweis zu stellen. "No Tale" gewann das Rennen. Für das Newcomer-Bandfestival 2009,das am 26. April stattfinden wird, läuft die Bewerbung bereits jetzt wieder.
Doch auch die kleinen Dinge beweg(t)en. So sprühten im April erstmals Jugendliche, Bürgerinnen und Bürger Pirnas die Gedenkspur gegen das Vergessen nach. Aktiv wurde so mit jungen Menschen der Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen auf dem Pirnaer Sonnenstein gedacht. Dies wird auch 2009 Fortsetzung finden.
Auch dieses Jahr trafen wir uns zweimal zu einer Klausurtagung, um unsere Arbeit und unsere Projekte miteinander zu diskutieren und zu planen. Außerdem setzen wir diese Diskussion im Rahmen von wöchentlich stattfindenden Plenumssitzungen fort. Dass die Ideen und Herangehensweisen zur Förderung von Demokratie und Toleranz und gegen Rechtsextremismus durchaus sehr kontrovers und vielschichtig gesehen und diskutiert werden, auch innerhalb unseres Vereins, haben wir dieses Jahr besonders intensiv erlebt.
Unsere Vereins- und Projektarbeit wurde als Fallbeispiel im Rahmen der Gesamtevaluation des Sächsischen Förderprogramms Weltoffenes Sachsen umfassend evaluiert. Die Ergebnisse dieser Bewertung sind sehr gut und basieren auf der gemeinsamen Arbeit von allen, die dabei direkt oder indirekt mitgewirkt haben.
Im Jahr 2008 wurde unsere Arbeit zweimal öffentlich honoriert. So erhielt unser Verein, zusammen mit der AG Markt der Kulturen den Sonderpreis des Sächsischen Ministerpräsidenten Stanislav Tillich im Rahmen des Förderpreises für Demokratie. Außerdem wurde unserem Verein vom evangelischen Kirchenkreis Köln-Mitte der "Pfarrer Fritz Gedächtnisgabe" verliehen.
Das Jahr 2008 war nicht nur für uns ein Jahr der Neuordnung. Die Kreistagswahlen standen am 8. Juni an. Mit der Aktion "Ich wähl mir eine(n)!" riefen Plakate das Ereignis immer wieder ins Gedächtnis und zielten darauf ab, besonders ErstwählerInnen zur Stimmabgabe zu bewegen. Diese Aktion wurde mit Hilfe der Jugendfeuerwehren möglich, sie verteilten diese Plakate in der Sächsischen Schweiz. Einerseits war bei diesen Wahlen eine höhere Wahlbeteiligung im Landkreis Sächische Schweiz im Vergleich zu anderen Landkreisen zu verzeichnen. Andererseits sind die Wahlergebnisse vieler Dörfer und Städte im zweistelligen Bereich für die NPD ein deutliches Zeichen, dass das Thema Rechtsextremismus in unserer Region immer noch sehr präsent ist.
Hier wird deutlich: Wir haben auch in diesem Jahr zwar viel erreichen und bewirken können. Aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen, sondern müssen gemeinsam versuchen, daraus Mut und Kraft zu schöpfen, um uns 2009 und darüber hinaus gestärkt für Demokratie und gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Dafür brauchen wir auch weiterhin tatkräftige, direkte oder indirekte Unterstützung und Beteiligung von Euch und Ihnen.
Wir danken allen engagierten HelferInnen und UnterstützerInnen, FreundInnen, Interessierten und KritikerInnen von Herzen für Euren und Ihren Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Vieles wäre ohne Ihre Hilfe nicht möglich gewesen. Für Ideen, Vorschläge und Anregungen zu Aktionen und Veranstaltungen, aber auch für konstruktive Kritik, sind wir jederzeit offen und sehr dankbar.
Mehr Bilder von unseren Veranstaltungen finden Sie in unserer Galerie.




























































































































