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Hennig Scherf (SPD, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen a.D.) aus Bremen
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15.09.2011
/ Pirna
FSJ-Politik in der Aktion Zivilcourage
Maximilian Pawassar (18) und Björn Kieckhäfer (19), der eine aus Dresden, der andere aus Rostock. Was beide verbindet ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Bereich Politik im Verein Aktion Zivilcourage in Pirna. In diesem politischen Bildungsjahr nutzte Björn und nutzt Maximilian aktuell die Gelegenheit, in politischen Arbeitsfeldern tätig zu werden, Erfahrungen zu sammeln und Politik konkret zu erleben.
Maximilian beginnt mit dem heutigen Tag, dem 15.09.11, sein FSJ - in der langen Tradition bereits die achte FSJ-Generation in der Aktion Zivilcourage. Ein Jahr lang wird er nun die tägliche Arbeit des Vereins unterstützten und begleiteten, politisch relevante Institutionen kennen lernen sowie politische und gesellschaftliche Ereignisse aus der Nähe betrachten können. Gleichzeitig gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen, den ehrenamtlichen Aktiven und den zahlreichen Kooperationspartnern des Vereins Projekte umsetzen und initiieren.
Auch Björn nahm vor einem Jahr diese Gelegenheit wahr und begann im September 2010 ein FSJ Politik im Verein Aktion Zivilcourage. Nach seinem Abitur an einem Rostocker Gymnasium stand er wie viele Jugendliche vor der Frage „Abi und dann?“. Zum Abschluss sprachen wir noch einmal über seine Erlebnisse, Erfahrungen und gewonnenen Eindrücke.
Aktion Zivilcourage: Björn, du hast jetzt ein Jahr lang die Arbeit des Vereins Aktion Zivilcourage begleitet, was wird dir dabei besonders in Erinnerung bleiben und welche Erfahrungen hast du sammeln können?
Björn: Besonders beeindruckend waren für mich die Veranstaltungsbesuche, an denen ich vom Verein aus teilnehmen durfte. Hierzu gehörten beispielsweise die Vereinswerkstatt, eine Diskussionsrunde in Bautzen zum Thema „Umgang mit rechtsextremen Tendenzen in Jugendclubs“, die AG Extremismus und die Veranstaltung „Partner der Straße“. Bei diesen Veranstaltungen konnte ich mir einen Überblick über die Jugendsozialarbeit und deren aktuelle Probleme im Landkreis verschaffen, beziehungsweise mit Vereinsmitgliedern über aktuelle, politische Themen diskutieren.
Aktion Zivilcourage: Was waren deine Aufgabenfelder in der (täglichen) Arbeit des Vereins und welche Projekte hast du begleitet und umgesetzt?
Björn: Zu meinen Aufgaben gehörte es sowohl bei der Planung, als auch bei der Umsetzung von Projekten aktiv mitzuwirken und diese zu dokumentieren. Nach einer Einarbeitungsphase mit vielen interessanten Informationen rund um das Vereinsleben bildete ich mich zum Thema Fundraising fort. Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Verein, der Jugendprojekte unterstützt, hatte ich auf diesem Gebiet bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt, die ich dann bei der Aktion Zivilcourage e. V. erweitern konnte. Ich lernte viel im Umgang mit diversen Computerprogrammen, wie „Corel Draw“ oder Office-Anwendungen und konnte meine Fähigkeiten auf diesem Gebiet beständig erweitern. Des Weiteren lernte ich viele Jugendliche kennen und begleitete Jugendgruppen bei Gedenkstättenfahrten nach Auschwitz und Theresienstadt. Aber auch bei Gedenkprojekten, wie dem Sprühen der Pirnaer Gedenkspur und vielen Zeitzeugenprojekten konnte ich eine Menge über historische Zusammenhänge in der Region Sächsische Schweiz–Osterzgebirge in Erfahrung bringen.
Ein Höhepunkt meiner Arbeit war ein selbst konzipiertes Projekt, welches Jugendliche vorsichtig an die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Einstellungen heranführen sollte. In Zusammenarbeit mit Julia Kayenberg von der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein entwickelte ich diese Projektkonzeption, bei der es zunächst darum ging, die Geschehnisse auf dem Pirnaer Sonnenstein zu erläutern und im Anschluss den Bezug zur gegenwärtigen Situation des Rechtsextremismus in der Region Sächsische Schweiz – Osterzgebirge herzustellen. Mit Hilfe einer interaktiven Diskussionsrunde konnten wir mit den Jugendlichen Begriffe wie „Rassismus“, „Antiziganismus“, oder „Etabliertenvorrechte“ diskutieren.
Aktion Zivilcourage: Haben sich deine Erwartungen die du an das FSJ Politik gestellt hast erfüllt und kannst du es anderen weiterempfehlen?
Björn: Es begann bei mir mit der Frage Abi und dann? Ich wollte in eine neue Stadt ziehen, neue Menschen kennenlernen und zudem etwas Sinnvolles für unsere Gesellschaft tun. Aus diesem Grund beschloss ich, anstatt meinen Wehrdienst zu leisten, ein Freiwilliges Soziales Jahr Politik zu beginnen um somit mehr über politische Strukturen und Zusammenhänge zu erfahren und eine völlig neue Welt kennenzulernen, die mir die Schul- beziehungsweise Studienausbildung nicht bieten kann.
Ich denke, dass ich durch das Freiwillige Soziale Jahr Politik bei der Aktion Zivilcourage viele engagierte Jugendliche in der Region kennengelernt habe, neue Erfahrungen sammeln und meinen persönlichen Horizont erweitern konnte. Vielen Dank für die schöne Zeit!
Aktion Zivilcourage: Wir danken dir für das Gespräch, die schöne Zeit und deine Unterstützung und wünschen dir für deinen weiteren Weg nur das Beste.
Das Gespräch führte Tom Waurig.
Das FSJ Politik der Sächsischen Jugendstiftung ermöglicht es jungen Menschen, Strukturen, Aufgaben und Arbeitsabläufe politisch relevanter Institutionen kennen zu lernen. Die Jugendlichen sollen politische und gesellschaftliche Ereignisse aus der Nähe betrachten und miterleben können. Alle weiteren Informationen unter: www.saechsische-jugendstiftung.de.
Quelle: Aktion Zivilcourage e. V.




























































































































