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Lesung und Zeitzeugengespräch mit dem Gulag-Überlebenden Günther Rehbein

pmbild 26.01.2011 / Dresden "Gulag und Genossen - Aufzeichnungen eines Überlebenden"

Am 26. Januar 2011 las der Zeitzeuge und Buchautor Günther Rehbein aus seinem Buch "Gulag und Genossen - Aufzeichnungen eines Überlebenden" und referierte über Erlebtes im Umgang mit den Machthabern des Realsozialismus der DDR. Als 19-Jähriger wurde der DDR-Bürger Günter Rehbein 1952 schuldlos zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt - Tatbestände „antisowjetische Hetze“, „Spionage“, „Diversion“ und „Terrorismus“. Über 3 Jahre war er, ohne jeglichen Kontakt in die Heimat, in dem berüchtigten, sibirischen Gulag Workuta nördlich des Polarkreises interniert.

"Ich sah nur Stacheldraht und kleine schwarze Punkte im meterhohen Schnee." Minus 50 Grad. In jeder Baracke 60 Doppelstockbetten, darauf mit Hobelspänen gefüllte Säcke als Matratzen. Kohleabbau in 700 Meter Tiefe: Im 60 Zentimeter hohen Schacht musste Rehbein auf Knien rutschen: "Staub und Ruß fraßen sich in die Haut, dass sie brannte wie Feuer." Immer wieder Verzweiflung: "Warum musste ich meine Jugend unschuldig in dieser Eiswüste verbringen?"

Doch bei diesem Schicksalsschlag sollte es nicht bleiben: Nach seiner Rückkehr in den sozialistischen Teil Deutschlands wird er vom Staatssicherheitsdienst auf eine Weise bespitzelt und schikaniert, die ihn fast in den Wahnsinn treibt.

In einer sehr authentisch und greifbaren Geschichte beschrieb er den über 35 anwesenden Interessierten die Grausamkeiten kommunistischer Verhör- und Strafmethoden sowie seiner Internierung – Schmerz, Qual und Folter. Die Anwesenden bekamen eine Vorstellung von den Leiden, die tausendfach mit diesem Ort am Polarkreis verbunden sind - von denen viel zu lang viel zu wenige wussten.

Gleichzeitig mahnte Rehbein und wies auf die zentrale Bedeutung der Gedenk- und Erinnerungskultur hin. Vor allem jungen Menschen solle die Möglichkeit gegeben werden sich historisch und politisch zu bilden.

Rehbein regt durch seine schlichte, nüchterne und sachliche oft aber auch emotionale Schilderung seines Lebens- und Leidensweges zum Nachdenken an. Er selbst wurde vor kurzem vom Bundespräsidenten Christian Wulff für seine Dienste geehrt.

Eine Veranstaltung des Aktion Zivilcourage e.V., in Kooperation mit der Landtagsabgeordneten Dr. Eva-Maria Stange und dem Förderverein Theater Junge Generation e.V.

 

Alles weitere zur Geschichte des Autors lesen Sie unter www.aktion-zivilcourage.de/.427d4264/.

 

Bilder der Veranstaltung finden Sie in unserer Bildergalerie: www.aktion-zivilcourage.de/.496d4329i5205/

 

Quelle: Aktion Zivilcourage e.V.

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