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Hardcore bleibt GEGEN NAZIS

kban_hardcore 25.02.2009

Niklas Kühn* traute seinen Augen nicht. Vor wenigen Tagen erhielt der Betreiber eines Onlineshops von einer seiner Lieferfirmen eine Mail mit dem Hinweis, dass einer seiner Artikel mit dem Schriftzug Hardcore "mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen gewerbliche Schutzrechte oder Persönlichkeitsrechte Dritter" verstoße. Sollte das Shirt nicht verschwinden, könnten ihm "erhebliche Abmahnkosten" ab 1.000 Euro aufwärts drohen, hieß es in dem Schreiben. Kühn ging der Sache nach. Über das Deutsche Markenregister ermittelte er den Namen, auf den dieser Begriff seit Januar 2009 eingetragen ist: Timo Schubert. Kühn war entsetzt: "Als ich im Internet gelesen habe, dass der Typ ein knallharter Nazi ist, bin ich fast vom Stuhl gefallen."

Sollte das durchkommen, kann er in Zukunft so ziemlich jedes Hardcore-Label, jede Band und jeden linken Versand verklagen. Das wäre für die Szene eine Katastrophe.

 

Hardcore-Musik hat ihren Ursprung eigentlich in der linken Szene. Sie
entstand Ende der 1970er-Jahre in den USA als schnelle und brachiale
Weiterentwicklung von Punkrock und hatte eine eindeutig
antirassistische Ausrichtung. Kultbands wie Minor Threat oder Black
Flag haben bis heute ganze Generationen von Punk- und Hardcore-Bands
geprägt. Seit ein paar Jahren gibt es jedoch auch Neonazi-Bands, die
diese Musik spielen, hinterlegt mit rassistischen und antisemitischen
Hasstexten.

 

Eine Aktion stellt sich jetzt dagegen:


"Wir haben das Ganze durch einen glücklichen Zufall schon vor ein paar
Tagen erfahren und machen jetzt mit der Kein Bock Auf Nazis-Kampagne
dagegen mobil. Bis Ende März läuft noch die Widerspruchsfrist. Als
Erstes haben wir sofort über unseren Anwalt die Löschung des Eintrags
beantragt. Es kann aber gut sein, dass dieser Antrag abgewiesen wird.
Dann wird die Kampagne gemeinsam mit einigen Fanzines, Mailordern und
Plattenfirmen Widerspruch einlegen. Das kann aber aufgrund der
Anwaltskosten teuer werden."

 

Was Du tun kannst:


1. Informiere Deine Freunde, Bands, Klubs und Label. Schicke diese
Mail weiter. Verlinke unsere Webseite, damit alle auf dem Laufenden
bleiben.

2. Schreib dem Deutschen Markenamt (info@dpma.de) eine nette, aber
bestimmte Mail, was du von der Aktion hälst. Auf der Kampagnen-Seite
findest Du eine fertig formulierte Muster-Mail.

3. Wir haben jetzt erst recht ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Hardcore“
in den Shop gestellt. Mit den Einnahmen des Hardcore-Retter-Shirts
werden die anfallenden Anwaltskosten bezahlt. Also holt Euch das Teil
unter: www.volume-clothing.com

Wir lassen uns nicht einschüchtern. Soll der Nazi doch versuchen uns
dafür zu verklagen. Hardcore bleibt gegen Nazis.

  

Den ganzen taz-Artikel könnt ihr hier nachlesen:
www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/hardcore-begriff-ist-jetzt-rechte-marke/

Infos zu Timo Schubert gibt es hier:
www.turnitdown.de/209.html

 

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