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"EINSTRICH-KEINSTRICH": 18 Monate in der NVA, und die Stasi immer dabei

Joerg_Waehner-2 51G98B07HVL._SL500_AA300_1 29.11.2011 / 19 Uhr / Dresden-Cossebaude Öffentliche Lesung und Diskussion mit dem Autor Joerg Waehner
 

Der Zeitzeuge und Publizist Joerg Waehner liest am Dienstag, den 29. November 2011 um 19 Uhr im „Bürgersaal“ Dresden-Cossebaude (Dresdner Straße 3) aus seinem NVA-Tagebuch "EINSTRICH-KEINSTRICH". In seinen  Tagebuchaufzeichnungen  beschreibt  er  seine  Erlebnisse  im  sozialistischen System,  in  dem  er  unter  massiver  Bespitzelung  durch  die  Staatssicherheit  stand.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Heimat- und Verschönerungsverein Cossebaude e. V., dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V., der Landtagsabgeordneten Dr. Eva-Maria-Stange und der Aktion Zivilcourage e. V. Alle  interessierten Bürgerinnen und Bürger  sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 

Zum Inhalt:

7. April 1982. Joerg Waehner, damals 19 Jahre alt, wird in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) von vier bewaffneten Männern verhaftet und bei der örtlichen Staatssicherheitsstelle verhört. Weil die "Beweise" gegen ihn für eine Inhaftierung nicht ausreichen, wird er direkt zu 18 Monaten Dienst in der NVA eingezogen.

Während  seines  Aufenthaltes  bei  der  NVA  in  Pirna  ist  er  auf  der  Suche  nach  der Lebensgeschichte  seines  Großvaters.  Dieser  wurde  in  der  NS-„Euthanasieanstalt“ Pirna-Sonnenstein ermordet. Joerg Waehner selbst, das erfährt er nach dem Ende der DDR von früheren Stasi-Offizieren, wäre wie sein Urgroßvater in "Sonnenstein" interniert worden, wenn die DDR ihre schon geplanten "Isolierungslager" für Regimegegner eingerichtet hätte.

Das Buch erzählt von Einem, der in der DDR ins Visier des SED-Apparats  geriet  und  legt  die  subtilen  Mechanismen  des  ostdeutschen Überwachungsstaats  offen.  Aus  der  Montage  von  Tagebuchaufzeichnungen, Dokumenten  und  knappen  Hinweisen  auf  das  politische  und  gesellschaftliche Geschehen der frühen 80er Jahre entsteht das beklemmende Bild eines Systems, das den  Einzelnen  instrumentalisierte  und  entwürdigte  –  aber  nicht  immer  brechen  konnte. Waehner erzählt nicht als später Racheengel, sondern als Zeitgenosse vom Leben in der DDR.

 

Zum Autor:

Joerg Waehner, geboren 1962, lernte Schriftsetzer in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und ging 1986 nach Berlin, wo er seitdem lebt und arbeitet. Zu DDR-Zeiten veröffentlichte er Beiträge in offiziellen und inoffiziellen Publikationen. Von 1990 bis 92 war er Gesellschafter im Galrev-Verlag und ist seit 1995 Berater bei der Berliner IT-Firma Freecom. Seit Anfang der 90er Jahre beteiligt er sich als Fotograf an in- und ausländischen Ausstellungen.

Bisher veröffentlichte Bücher: „Amerika ist ein U-Boot im Goldfischteich oder ein Genie ist kein Mietwagen“ (1992) „Der Ruf von El Akan“ (2000), „nervoese gesten“ (2002), "Einstrich-Keinstrich" (2006). In "Einstrich - Keinstrich. NVA-Tagebuch" schreibt Waehner seine zumeist bedrückenden und traurigen Erfahrungen bei der Armee, aber auch vom Versuch, Widerstand zu leisten.

 

Anfahrtsbeschreibung:

Anfahrt mit dem Auto:

Autobahnabfahrt Dresden-Altstadt. Fahrzeit ca. 8 Minuten bis zum Veranstaltungsort.

 

Anfahrt mit dem Bus (ÖPNV):

Erreichbar mit den Buslinien 94, 95, 331 und 404 bis Haltstelle Bf. Cossebaude oder Schulstraße.

 

Anfahrt mit der Bahn:

Erreichbar per Regionalbahn oder Regionalexpress – Ausstieg: Bahnhof Cossebaude. Fußweg vom Bahnhof zum Veranstaltungsort ca. 5 Minuten.

 

 

IMG_2724_2  Ansprechpartner:

 

  Tom Waurig

  Vorstandsmitglied

  E-Mail: t.waurig@aktion-zivilcourage.de

 

 

 

Quelle: Aktion Zivilcourage e. V.

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