Ich bin überzeugt, dass Sie hier eine gute Arbeit machen. Nicht nur für die Jugendlichen in dieser Stadt und in dieser Region sondern insgesamt einen Beitrag für die Gesellschaft leisten, dass Pirna und die Sächsische Schweiz vielfältiger sind.
Stanislaw Tillich (CDU, Sächsischer Ministerpräsident) aus Panschwitz-K.
Die Kandidaten für die Landtagswahl besuchten Jugendgruppen der Region.
24.08.2009
/ Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Politiker will beim Wasseranschluss helfen – und so gegen Politikverdrossenheit kämpfen
Im Rahmen des Projekts „Jugend wählt – 2009“ machten sich am Sonnabend Vertreter der demokratischen Parteien auf den Weg zu verschiedenen Jugendgruppen im Landkreis, um mit ihnen das Gespräch zu suchen. Für den Wahlkreis 50 waren das auf den Stationen Neustadt, Bad Schandau und Sebnitz Jens Werner Michel (CDU), Lutz Richter (Die Linke), Thomas Dißelmesser (SPD) sowie Ines Kummer (Grüne).
Für den Wahlkreis 49 machten Oliver Wehner (CDU), Ralf Wätzig (SPD), André Hahn (Die Linke), Norbert Bläsner (FDP) und Sebastian Hilbert (Grünen) halt in Heidenau, Bad Gottleuba und Pirna. In Bad Gottleuba suchten etwa 15 Jugendliche das Gespräch. Die Frage der Politiker zu den NPD-Plakaten im Ort wurde aber mit einem Schulterzucken bedacht. „Das interessiert mich nicht wirklich“, heißt es. Es ändere sich doch eh nichts, wenn man wählen geht. „Damit überlässt man anderen die Entscheidung, wie es weitergeht“, versucht André Hahn zu animieren.
Im Jugendcafé des Ortes spielen ganz andere Dinge eine Rolle. Ein Loch für den fehlenden Wasseranschluss muss gebaggert werden. Die geplante Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Unternehmen schlägt seit zwei Jahren fehl. Die Kandidaten lassen die Jugendlichen reden, geben hier und da Anstöße. Am Ende hört man trotzdem: Wählen gehen, dass wollen viele der jungen Leute nicht.
In der letzten Station zeigt sich Marcus Schubert von der Oase begeistert. „Ich freue mich, dass wir heute politische Meinungsbildung betreiben können.“ Neben Fragen rund um die Bildungsreform geht es hier sehr um das Persönliche. Zum Einstieg sollen die Kandidaten der Parteien an ihren Mitstreitern etwas Positives finden. Offen seien sie alle, hört man, und der Einsatz jedes Einzelnen wird gelobt.
Die Frage nach dem dringendsten Problem, das es anzugehen gilt, erfordert da schon mehr Nachdenken. „Es ist Kontinuität in den Bereichen Bildung und Soziales gefragt“, sagt Sebastian Hilbert. „Ein modernes und gerechtes Schulsystem muss her“, findet Ralf Wätzig. Im Hinblick auf die U18-Wahl Anfang September spielt natürlich auch eine Herabsetzung des Wahlalters eine Rolle. Während sich SPD und Grüne für Wählen ab 16 einsetzen, möchte Oliver Wehner ab der Geburt eine Stimme geben, die stellvertretend von den Eltern gegeben werden soll.
„Die Gesprächsrunde war ein gelungener Abschluss des Tages“, so Tom Waurig von der Aktion Zivilcourage, die unter anderem an dem Projekt beteiligt ist. „Alle Stationen waren anders interessant“, so Wätzig. Und auch für das Jugendcafé in Bad Gottleuba hat er einen Hoffnungsschimmer. Er will nachhaken. Vielleicht können die Jugendlichen so bald ihren Wasseranschluss legen – und gewinnen ein wenig mehr Vertrauen in die Politik und nutzen ihre Stimme.
Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.
Quelle: Sächsische Zeitung, 24.08.2009




























































































































