Die Sächsische Schweiz ist BUNT! - Da wollen wir hin. Im Interesse der Minderheiten in unserer Region.
Marcus Schubert (Landeskirchliche Gemeinschaft Pirna e.V.) aus Pirna
Die Arbeitsgemeinschaft „Asylsuchende“ im Landkreis Sächsische Schweiz setzt sich für bessere Lebensbedingungen von Asylbewerbern und geduldete Menschen ein
Ab jetzt mit eigener Internetseite: www.asylsuchende.blogsport.de
Am 12.03.2008 wurden 54 Asylbewerber und geduldete Personen (Männer, Frauen und Kinder) vom Heim in Leupoldishain zum Asylbewerberheim in Langburkersdorf umgesiedelt. Das Wohnheim Langburkersdorf beherbergt seitdem 105 Personen. Damit ist Langburkersdorf das einzige Wohnheim im Landkreis Sächsische Schweiz. Der Umzug bedeutet für die Asylbewerber und Geduldeten eine zusätzliche Schwierigkeit: das Heim befindet sich ziemlich weit entfernt von den Behörden und den sozialen Kontakten, was eine klare Isolierung von der einheimischen Bevölkerung und dadurch eine Behinderung der Integration für die Heimbewohner bedeutet.
Im Vergleich zu anderen Landkreisen sieht die Lage der Asylbewerber und Geduldeten in der Sächsischen Schweiz besonders schwierig aus:
Während in Chemnitz, Bautzen, Zittau und in der Stadt Dresden die Asylbewerber Bargeld bekommen, werden die Asylsuchenden und Geduldeten aus unserem Kreis immer noch nach dem Sachleistungsprinzip mit Essenspaketen versorgt.
In Bezug auf die dezentrale Unterbringung hat der Landkreis Sächsische Schweiz mit 0,0% Personen, die dezentral untergebracht sind, eine schlechte Position im Vergleich zu anderen Landkreisen wie Chemnitz mit 66,4% dezentral untergebrachten Personen, Stadt Leipzig 61,5%, Landkreis Muldentalkreis 54, 4% und Landkreis Torgau-Oschatz 54,3%
Quelle/Stand: Jahresbericht 2007, der Sächsischen Ausländerbeauftragten. Ausgegeben am 25.02.2008
Infolge der Kreisreform wird es zur Vereinheitlichung von Arbeitsweisen der Kommunen mit bisher unterschiedlichen Gegebenheiten kommen. Dadurch wird es zu Veränderungen bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern kommen müssen.
Deshalb fordern wir:
-
Fahrscheine für Asylbewerber und Flüchtlinge, um die Strecke Neustadt- Pirna abdecken zu können.
-
Vorrangige dezentrale Unterbringung (eigene Wohnung) vor der Unterbringung in großen Asylbewerberheimen (vor allem für Familien mit Kindern)
-
Bargeldleistungen für Flüchtlinge und Asylbewerber anstelle der unmündig machenden Sachleistungen.
Diese Forderungen erheben:
Aktion Zivilcourage e.V.
Alternativen Kultur- und Bildungszentrums e.V. (Akubiz)
Ausländerrates Dresden e.V.
Bürgerinitiative „Afroeuropäische Familien und Interessierte“
Kulturbüros Sachsen / Mobiles Beratungsteam Pirna
Landeskirchlichen Gemeinschaft Pirna
Opferberatungsstelle RAA Dresden
Wenn Sie diese Forderungen mit unterstützen möchten, können Sie sie gern an einen der UnterzeichnerInnen wenden.
Presse zur Arbeit der AG:
Quelle: Sächsische Zeitung, 16.05.2008
Bargeld statt Essenspakete
Von Marco Mach
Eine neu gebildete AG „Asylsuchende“ will deren Lebensbedingungen im Landkreis verbessern – und hat einen Katalog an Forderungen aufgestellt.
Fahrscheine für Asylbewerber, um die weite Strecke Neustadt–Pirna besser zurücklegen zu können; dezentrale Unterbringung in eigenen Wohnungen, vor allem für Familien, anstatt in einem großen Heim; Bargeld statt Sachleistungen – das sind die drei Hauptforderungen der neu gebildeten Arbeitsgemeinschaft „Asylsuchende“ an den Landkreis Sächsische Schweiz, die sie heute direkt bei einem Gespräch im Landratsamt vorbringen will.
In der AG haben sich Vertreter des Ausländerrates Dresden, der Landeskirchlichen Gemeinschaft Pirna, des Kulturbüros Sachsen, der Opferberatungsstelle RAA Dresden, der Bürgerinitiative „Afroeuropäische Familien und Interessierte“, des Alternativen Kultur- und Bildungszentrums (Akubiz) und der Aktion Zivilcourage zusammengeschlossen, um sich für bessere Lebensbedingungen für Asylsuchende einzusetzen.
Denn diese seien im Landkreis nach Ansicht der AG nicht besonders gut. Der Umzug von 54 Asylbewerbern und geduldeten Menschen Mitte März von Leupoldishain nach Langburkersdorf (die SZ berichtete) habe ihre Situation nicht gerade verbessert. Das nunmehr einzige Wohnheim des Kreises in Langburkersdorf beherbergt seitdem 105 Personen, und das weit entfernt von den Behörden und sozialen Kontakten, „was eine klare Isolierung von der einheimischen Bevölkerung und dadurch eine Behinderung der Integration für die Heimbewohner bedeutet“, heißt es in einem Papier der AG. Auch die Pöbeleien gegenüber den Asylbewerbern hätten in letzter Zeit zugenommen.
„Der Landkreis beteiligt sich an der Bundesinitiative ,Ort der Vielfalt‘. Vor diesem Hintergrund sollten die Migranten hier deutlich besser leben können“, sagt Steffen Richter vom Akubiz. Doch gerade im Landkreis gestaltet sich die Lage im Vergleich zu anderen als schwierig, wie der Jahresbericht 2007 der Sächsischen Ausländerbeauftragten verdeutlicht. Während danach zum Beispiel in Chemnitz Asylbewerber bereits Bargeld bekommen und rund 66 Prozent von ihnen dezentral in eigenen Wohnungen untergebracht sind, erhalten Asylbewerber im Kreis immer noch Es-senspakete und ist noch kein einziger von ihnen dezentral untergebracht. Damit bildet die Sächsische Schweiz das Schlusslicht.
Kleinere Forderungen der AG an den Landkreis sind, für mehr Sicherheit durch mehr Licht im und ums Heim zu sorgen und dort zumindest eine Etage für Familien zu schaffen. Des Weiteren wollen die Mitglieder auch Partner im Weiße-ritzkreis gewinnen und schon bald eine Podiumsdiskussion zu der Problematik organisieren.
Wer in der AG mitarbeiten will – sie trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat ab16.30 Uhr in der Oase Pirna, Schloßstraße6, das nächste Mal also am 3. Juni.
Quelle: www.asylsuchende.blogsport.de




























































































































