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Aktion Zivilcourage zu Gast auf der 5. Generalkonferenz der ECCAR

eccar1 06.12.2011 / Gent (Belgien) Ein Bericht von Jana Seidel
 

Vom 24. bis 25.11.2011 trafen sich Vertreter/innen der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) im belgischen Gent, um im Rahmen der 5. Generalkonferenz der Koalition zum Thema „Building Partnerships – Making a Difference“ Erfahrungen auszutauschen. Insgesamt 240 Entsandte aus Stadtverwaltungen und nicht staatlichen Organisationen (NGOs) aus 15 europäischen Ländern sowie Ghana und Kanada nahmen an dieser Konferenz teil.

Als Vertreterin für die Aktion Zivilcourage durfte ich bereits zum zweiten Mal an der Konferenz teilnehmen. Der Fokus des diesjährigen Treffens lag auf der Fragestellung "Wie können Kommunalverwaltungen - auf Grundlage des „10-Punkte-Planes“ - mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen zusammenarbeiten".

Diese Frage wurde in zwei Gesprächsrunden und fünf Workshops bearbeitet. In den Gesprächsrunden wurde durch die Vertreterinnen und Vertretern der NGOs die aktuelle Situation diskriminierter Bevölkerungsgruppen, beispielsweise der Roma in Europa, dargelegt und Strategien für die Zukunft diskutiert. Drei der Workshops behandelten Herausforderungen, mit der sich die Verwaltung konfrontiert sieht.

 

Es wurden folgende Fragen diskutiert:

  • Wie können Kommunen mit den Medien vor Ort kooperieren können, um der Verbreitung von Islamfeindlichkeit und Homophobie gegenzusteuern?
  • Wie können Gleichheit und soziale Beziehungen durch kulturelle Kooperationen und Bildungsarbeit gefördert werden?
  • Wie kann die Arbeit gegen Diskriminierung in individuellen Fällen aussehen?

 

Die beiden anderen Workshops beschäftigten sich mit der Frage, wie man im Sport gegen Rassismus vorgehen und wie die Zusammenarbeit von ECCAR mit jungen Menschen verstärkt und verbessert werden kann.

Des Weiteren stellten Vertreter/innen der UNESCO die Ergebnisse der Evalution der Mitgliedsstädte vor, zu der Frage, wie der 10-Punkte-Plan vor Ort umgesetzt wurde. 

 

In diesem Jahr wurde außerdem zum ersten Mal die Möglichkeit geboten, an einer von vier Touren zu interkulturellen Projekten in Gent teilzunehmen. Da sich die Aktion Zivilcourage in der Jugendarbeit engagiert, besuchte ich die Projekte "De Fabriek" und "vzw Jong". Bei "De Fabriek" handelt es sich um einen Treffpunkt für Jugendliche in einer alten Fabrik. Dieses Zentrum bietet zahlreiche Projekte für Kinder und Jugendliche an und legt einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Rechte von Kindern. Den Kindern stehen im Gebäude beispielsweise eine ca. 20 m hohe Kletterwand, ein Fitnessraum mit einem Boxring (der auch als Tanzfläche genutzt wird), ein Theaterraum mit Bühne bzw. Leinwand, Billardtische und ähnliches zur Verfügung. Außerdem besteht für die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit der Verpflegung vor Ort.

"vzw Jong" hat das Ziel, durch ihre Arbeit die persönliche und soziale Emanzipation von Kindern und Jugendlichen zu erreichen. Hierzu bieten sie tägliche Aktivitäten für Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit an, so zum Bespiel Kreativworkshops und sportliche Aktivitäten. Des Weiteren unterstützen sie die Kinder und Jugendlichen in allen Belangen, um so die Möglichkeit zu geben, selbst für eigene Rechte einzutreten. So helfen sie beispielsweise bei der Berufswahl und treten als Mediator bei Konflikten mit Behörden oder Schulen auf.

Es konnten auch andere Projekte  wie das "House of Dutch" (für Erwachsene, welche Niederländisch lernen möchten oder müssen), "De Sloep" (für Eltern, welche Hilfe für die Erziehung oder Gesundheit der Kinder suchen) oder die "Trafiek" (ein Treffpunkt für Menschen, die sich engagieren möchten und den Austausch mit anderen suchen) besucht werden.

 

Auch in diesem Jahr bot die Konferenz wieder die Möglichkeit zahlreicher interessanter Begegnungen, die in Zukunft als Basis einer erfolgreichen und nachhaltigen Zusammenarbeit dienen sollen. Die vorgestellten Projekte der anderen Städten könnten unter Umständen auch einen Ansatz in unserer Arbeit finden.

Die europäische Städtekoalition gegen Rassismus wurde im Jahr 2004 auf Initiative der UNESCO in Nürnberg gegründet. Zentral ist der Aufbau eines europäischen Netzwerkes, welches zum Interessen- / Erfahrungsaustausch und der gemeinsamen Strategieentwicklung präventiver Angebote gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit dient. Aktuell beteiligen sich 102 Stadtgemeinden aus 21 europäischen Ländern, darunter auch 18 deutsche Städte, an dem Netzwerk. Leitfaden und Handlungsgrundlage ist dabei der seit 2004 bestehende „10 Punkte-Aktionsplan“.

 

Jana  Ansprechpartnerin:

 

  Jana Seidel

  Projektkoordinatorin

  Tel.: 03501 / 46 08 80

  E-Mail: j.seidel@aktion-zivilcourage.de

 

 

Quelle: Aktion Zivilcourage e. V.

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