Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde.“ Dieses Zitat von Brecht gilt auch heute: Setzen wir uns gemeinsam kreativ und lebensfroh für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft ein!
Stephan J. Kramer (Generalsekretär Zentralrat der Juden in Deutschland K.d.ö.R.) aus Berlin
Aktion Zivilcourage mit dem Sonderpreis des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises ausgezeichnet
23.05.2011
/ Pirna / Berlin
Jedes Jahr zeichnet die SPD mit dem Gustav-Heinemann-Bürgerpreis Menschen aus, die sich mit neuen und mutigen Ideen für eine bessere Gesellschaft einsetzen. Neben dem diesjährigen Preisträger „Discover Football“ - die regelmäßig ehrenamtlich ein internationales Frauenfußballturnier in Berlin organisieren - lobte das Kuratorium des Preises in diesem Jahr noch einen Sonderpreis für das Projekt „Aktion Zivilcourage“ aus. Der Verein verkörpere in besonderer Weise die von Gustav Heinmann gelebten Werte, begründete das Kuratorium die Wahl.
Seit zehn Jahren arbeiten bis zu 80 Ehrenamtliche in Pirna „mit erstaunlichem Erfolg“ für diese Initiative, so Hennig Scherf, Vorsitzender des Kuratoriums „Gustav-Heinemann-Bürgerpreis“.
Mit Projekten und Kampagnen wie „Markt der Kulturen“ und „Die Sächsische Schweiz ist bunt“ werben sie für ein weltoffenes Pirna. Ihnen gelingt es immer wieder, Tausende auf die Straße zu locken und Menschen dazu zu bewegen, sich gegen Rassismus zu engagieren. „Sie öffnen unser Land und machen es bunt“, freute sich Scherf. „Wenn dem viele nacheifern, wird Deutschland ganz weit nach vorne kommen.“ Auch Sigmar Gabriel war sehr beeindruckt: „Wenn man ein bisschen die politischen Zustände im Osterzgebirge kennt, dann weiß man, wie viel persönlichen Mut man aufbringen muss, sich so zu engagieren.“
Die Aktion Zivilcourage bedankt sich bei allen Unterstützer/innen bei der Abstimmung, dem Kuratorium und wünscht allen Nominierten weiterhin eine engagierte und erfolgreiche Arbeit sowie in der Umsetzung der eigenen Ideen und Aktivitäten.
Gewidmet ist der Preis dem ersten sozialdemokratischen Bundespräsidenten (1969 bis 1974), Gustav Heinemann. Für ihn standen Freiheit und Gerechtigkeit im Mittelpunkt seines Handelns und Denkens. 1977, ein Jahr nach seinem Tod, stiftete die SPD den Gustav-Heinemann-Preis. Um den besonderen Einsatz für unsere Gesellschaft zu würdigen und zu ehren, verleiht die Sozialdemokratische Partei Deutschlands seit 1977 jährlich den Preis an Menschen, Gruppen oder Organisationen verliehen wird, aus deren Ideen ein starkes bürgerschaftliches Engagement spricht. Damit sollen Menschen ermutigt werden, in ihrer Haltung, ganz besonders aber auch in ihren Handlungen, mehr eigenverantwortliche Mitwirkung und Mitbestimmung in unserem Staat zu wagen.
In diesem Jahr konnten erstmals die Nutzer/innen von spd.de über die Preisvergabe des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises mitbestimmen. Über 11.000 Menschen nutzten diese Gelegenheit und gaben ihre Stimme für eine der nominierten Personen und Projekte ab. Aus den meisten Stimmen ergab sich eine Vorauswahl von vier Vorschlägen, aus denen das Kuratorium des Preises dann den Preisträger wählt.
Das waren die weiteren Nominierten für den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 2011:
Der Konzertpianist Stefan Schmid etwa, der über sein Musikprojekt "Der Straßenchor" Obdachlosen eine neue Perspektive gab. Oder "Discover Football", eine interkulturelle Begegnungswoche, die über die Verbindung von Sport und Kultur den Frauenfußball international stärken will. Nominiert sind auch der Bundespräsidentschaftskandidat Joachim Gauck, ein sympathischer Querdenker und zugleich Integrationsfigur, und Dr. Joachim Woock, ein Geschichtslehrer, der seit vielen Jahren für ein Erinnern an das geschehene Unrecht unter den Nationalsozialisten arbeitet. Der Jesuitenpater Klaus Mertes machte mit einem mutigen Brief den jahrzehntelangen Missbrauch von Schülern am Canisius-Kolleg in Berlin öffentlich. Die Stärkung des Opferschutzes ist nun Mertes wichtigstes Anliegen. Auch Margot Käßmann, die zehn Jahre lang hannoversche Landesbischöfin war, hat das Kuratorium in seine Vorauswahl genommen. In ihrer Zeit als Landesbischöfin setzte sie sich als wortgewaltige Predigerin insbesondere für Frauen, Menschenrechte, Flüchtlinge, Frieden und gegen Armut ein. Murat Vural ist Gründer des "Chancenwerks". Das Förderprojekt unterstützt Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund auf ihrem Bildungsweg und gibt ihnen neue Perspektiven.
Quelle: Aktion Zivilcourage e. V.




























































































































