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Aktion Zivilcourage auf Studienfahrt

IMG_0597 IMG_0607 IMG_0590 17.7.2011 / Pirna / Lidice (CZ) Verein zu Besuch in der Gedenkstätte Lidice und Gespräch mit Zeitzeugin Kalibová
 

Am Sonntag, den 17. Juli 2011, unternahm die Aktion Zivilcourage e. V. eine eintägige Fahrt in das Dorf Lidice in der Tschechischen Republik. Der nahe Kladno gelegene Ort erinnert mit einem Museum und einer Gedenkstätte an die alte Gemeinde Lidice, die im Juni 1942 von den Nationalsozialisten zerstört wurde.

Eine einstündige Führung über das Gelände des ehemaligen Dorfes, in dessen Nähe nach dem Zweiten Weltkrieg ein neuer Ort Lidice errichtet wurde, machte gleich zu Beginn unseres Besuches deutlich, wie groß das Ausmaß der Zerstörung war, welches den Ort am 10. Juni 1942 heimsuchte. Das Dorf sollte – so die Pläne der nationalsozialistischen Machthaber – von der Landkarte gelöscht werden. Durch unsere kundige Führerin und im Museum der Gedenkstätte, welches wir im Anschluss besuchten, erfuhren wir vieles über die Hintergründe der Zerstörung des Ortes: Tschechische Fallschirmspringer hatten am 27. Mai 1942 ein Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich, verübt. Als dieser einige Tage später den Verletzungen erliegt, muss schnell ein Verantwortlicher und Sündenbock gesucht werden – Verdächtigungen, die sich später als haltlos erweisen, führen in die Gemeinde Lidice. Unter dem Vorwand, die Attentäter zu rächen, ermordeten die deutschen Machthaber die männlichen Dorfbewohner, verschleppten die Frauen nach Ravensbrück und die Kinder nach Chelmno, wo die meisten von ihnen vergast wurden. Die Häuser des Ortes wurden geplündert und niedergebrannt, ein Arbeitskommando überdeckte die Reste von Lidice mit einer Erdschicht, so dass heute nur freigelegte Fundamente und einige Denkmäler an das Dorf und seine Menschen erinnert.

Am Nachmittag hatten wir schließlich eine eindrückliche Begegnung mit der Zeitzeugin Miloslava Kalibová, die als junge Frau die Vernichtung des Dorfes und eine Internierung im KZ-Lager Ravensbrück er- und überlebt hat. Sie erzählte nicht nur von den Ereignissen am 10. Juni 1942, sondern auch von der Zwangsarbeit in Ravenbrück und dem Überlebenswillen der dort inhaftierten Lidicer Frauen, die erst nach ihrer Rückkehr in das zerstörte Dorf vom Schicksal der Männer und Kinder erfuhren. Auch berichtete sie vom Wiederaufbau und dem Leben im Dorf nach dem Krieg. Kalibová, für die diese Erlebnisse ein Leben lang prägend waren, gibt ihre Erinnerungen heute in Gesprächen an jüngere Generationen weiter.

 

Quelle: Aktion Zivilcourage e. V.

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